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GESUNDHEITSSEKTOR UND MÄRKTE

Der Gesundheitssektor zählt zu den weltweit bedeutendsten Wirtschaftszweigen. Aufgrund seines defensiven und im Vergleich zu anderen Branchen konjunkturunabhängigeren Charakters sollte sich das allgemein schwierige Umfeld im Jahr 2009 eher moderat auf die Entwicklung der Branche auswirken. Die Nachfrage insbesondere nach lebensrettenden und lebenserhaltenden Produkten und Dienstleistungen wird aufgrund ihrer medizinischen Notwendigkeit weiter anhalten. Mittel- bis langfristig könnten jedoch Finanzmittel, die für Konjunkturprogramme zur Bewältigung der Finanzkrise in anderen Branchen eingesetzt werden, im Gesundheitssektor fehlen. 

Der Dialysemarkt
Wir gehen davon aus, dass auch in den nächsten Jahren die Zahl der Dialysepatienten um 5 bis 7% p.a. wachsen wird, wobei sich zum Teil erhebliche regionale Unterschiede ergeben dürften. So erwarten wir in den Industrienationen wie den USA, Japan und den Ländern Mittel- und Westeuropas angesichts des bereits umfassenden Zugangs zu Dialysebehandlungen ein leicht unterdurchschnittliches Wachstum der Patientenzahlen. In vielen Entwicklungsländern jedoch ist der Bedarf der chronisch nierenkranken Menschen noch nicht gedeckt. Hier erwarten wir eine überdurchschnittliche Zunahme der Patientenzahlen von bis zu 10%. Die Tatsache, dass mehr als 80% der Weltbevölkerung in diesen vergleichsweise wachstumsstarken Ländern leben, zeigt das enorme Potenzial des Dialysemarktes in den Entwicklungsländern. Wir erwarten, dass der globale Dialysemarkt bis zum Jahr 2010 jährlich um etwa 5% auf deutlich mehr als 70 Mrd US$ wachsen wird.

Die Vergütungssysteme für die Dialysebehandlung variieren von Land zu Land. Oft unterschieden sich die Vergütungsstrukturen auch innerhalb einzelner Länder. Vergütungskriterien sind zum Beispiel regionale Gegebenheiten, die Behandlungsmethode, regulative Aspekte oder der Status des Dialysedienstleisters. Weiterhin im Blickpunkt steht die Diskussion um die Dialysevergütung nach qualitativen Kriterien, wonach die Qualität der Behandlung zentraler Bezugswert ist. Diese soll gesteigert werden, bei gleichbleibenden Gesamtkosten.

Fresenius Medical Care ist in einer Vielzahl von Ländern aktiv und damit in unterschiedlichen Gesundheitssystemen und Vergütungsstrukturen. Dank dieser internationalen Erfahrung sind wir in der Lage, die Bemühungen der nationalen Gesundheitssysteme zu unterstützen, unser Geschäft den lokalen Gegebenheiten anzupassen und dabei profitabel zu wachsen. Fresenius Medical Care erzielte etwa 35% ihres Umsatzes mit Dialysedienstleistungen für Patienten, die den staatlichen Fürsorgeprogrammen Medicare und Medicaid in den USA angehören.

Im Jahr 2008 wurde das Gesetz „Medicare Improvements for Patients and Providers Act of 2008“ verabschiedet. Es sieht eine Erhöhung des Erstattungssatzes um 1% zum 1. Januar 2009 sowie eine weitere Erhöhung um nochmals 1% zum 1. Januar 2010 vor. Weiterhin ist darin festgelegt, dass zum 1. Januar 2011 ein gebündeltes Erstattungssystem bei terminaler Niereninsuffizienz eingeführt wird. Damit erstattet das CMS den Dialysekliniken (i) alle Produkte und Dienstleistungen, die gegenwärtig im Erstattungssatz enthalten sind, (ii) alle in der Vergangenheit separat erstatteten Verabreichungen blutbildungsanregender Substanzen und sonstiger Medikamente (mit Ausnahme von sonstigen Arzneimitteln und Biopharmazeutika und von Impfungen), (iii) diagnostische Labortests und (iv) weitere Dienstleistungen im Rahmen der Behandlung von Patienten mit terminalem Nierenversagen. Der anfängliche gebündelte Erstattungssatz wird auf 98% der geschätzten Kosten des Medicare-Programms für die Dialyseversorgung für 2011 festgesetzt. Diese Schätzung errechnet sich anhand des gegenwärtigen Erstattungssystems, wobei die jeweils geringste Inanspruchnahme je Patient aus den Jahren 2007, 2008 und 2009 zugrunde gelegt wird.

Vom Jahr 2012 an wird der gebündelte Erstattungssatz jährlichen Erhöhungen unterliegen, die auf dem Anstieg der Kosten eines vom HHS (U.S. Department of Health and Human Services) noch festzulegenden Korbs aus Dialyseprodukten und -dienstleistungen abzüglich 1% beruhen.

Des Weiteren wird das Gesetz Qualitätsstandards festlegen, die ab dem Jahr 2012 einem leistungsbasierten Erstattungssystem zugrunde liegen sollen. Den Dialysekliniken, die die festgelegten Qualitätsstandards nicht erreichen, werden die Erstattungen um 2% gekürzt. Qualitätsstandards für Kliniken werden voraussichtlich in den Bereichen Anämie-Management und Patientenzufriedenheit, Eisen-Management, Mineralstoffwechsel der Knochen und Gefäßzugang entwickelt.


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