Konzernlagebericht
Nichtfinanzielle Leistungsindikatoren und weitere Erfolgsfaktoren
Beschaffung BESCHAFFUNG
Wichtig für die Profitabilität von Fresenius ist eine effiziente Gestaltung der Wertschöpfungskette. Ein zentraler Bestandteil ist das globale Beschaffungsmanagement, das die Verfügbarkeit von Gütern und Dienstleistungen und die nachhaltige Qualität der in der Produktion eingesetzten Rohstoffe gewährleistet. Gerade in einem Umfeld, das von andauernden Einsparbemühungen auf Seiten der Kostenträger im Gesundheitswesen und von Preisdruck in den Absatzmärkten gezeichnet ist, spielt die Versorgungssicherheit und die Versorgungsqualität eine ausnehmende Rolle. Aus diesem Grund arbeiten wir beständig daran, Einkaufsprozesse zu optimieren, neue Einkaufsquellen zu erschließen und bestmögliche Preisgestaltung zu erreichen. Dabei müssen wir unsere hohe Flexibilität erhalten und zugleich unseren strengen Qualitäts- und Sicherheitsstandards gerecht werden.
Im Fresenius-Konzern werden die weltweiten Beschaffungsprozesse über zentrale Koordinationsstellen gemanagt. Kompetenzteams bündeln gleichartige Bedarfe und schließen weltweit Rahmenverträge ab. Dazu gehört auch die fortwährende Beobachtung der aktuellen Markt- und Preisentwicklung. Darüber hinaus regeln sie den Einkauf der einzelnen Produktionsstandorte und veranlassen Qualitäts- und Sicherheitskontrollen der Rohstoffe und Beschaffungsgüter. Im Jahr 2008 betrugen die Aufwendungen für Roh-, Hilfs- und Betriebsstoffe sowie für bezogene Leistungen 4.204 Mio € (2007: 3.769 Mio €).
| in Mio € | 2008 | 2007 |
| Aufwendungen für Roh-, Hilfs- und Betriebsstoffe | 3.668 | 3.266 |
| Aufwendungen für bezogene Leistungen | 536 | 503 |
| Gesamt | 4.204 | 3.769 |
Fresenius Medical Care
Fresenius Medical Care hat im Jahr 2008 den gestiegenen Beschaffungspreisen durch die Bündelung von Bedarfen entgegengewirkt. Dazu wurden eine Vielzahl von Rohstoffen und Materialien regionenübergreifend standardisiert; zudem nutzen wir verstärkt Bezugsquellen in Regionen mit für uns günstigen Wechselkursrelationen. In Nordamerika hat die Finanz- und Wirtschaftskrise teilweise zu deutlich höheren Preisforderungen seitens der Lieferanten geführt. Wir suchen weitere Zulieferer, um den Wettbewerb um unser Beschaffungsvolumen zu entfachen. Im Jahr 2008 haben wir die Beschaffungsprozesse weiter optimiert, um Kosteneinsparmaßnahmen zu realisieren. Außerhalb der USA wurde die Initiative „Purchasing Excellence“ weiterverfolgt. Ziel ist es, die Beschaffungsprozesse in Europa stärker zu zentralisieren, die Prozesse zu straffen und so Einsparungen zu erzielen. Bei großen Beschaffungsvolumen – wie Polysulfon, dem Material, aus dem die Fasern für Dialysatoren hergestellt werden – haben wir uns im Jahr 2008 intensiv nach Zweitlieferanten umgesehen, um unser Einkaufsvolumen zusätzlich abzusichern.
Fresenius Kabi
Die Einkaufsposition von Fresenius Kabi wurde durch neu akquirierte Gesellschaften im Jahr 2008 weiter gestärkt. Zudem wurde das Lieferantenportfolio optimiert und Produktspezifikationen zunehmend vereinheitlicht. Ferner formulierte Fresenius Kabi langfristige Strategien, die die Einkaufsposition in den relevanten Märkten verbessern.
Um Preiserhöhungen für Rohstoffe und Energien entgegenzuwirken hatte Fresenius Kabi frühzeitig die weltweite Bündelung von Bedarfen, auch gemeinsam mit anderen Fresenius-Gesellschaften, ausgeweitet. Ein Fokus lag im Jahr 2008 auf Synergieprojekten, z.B. für das Maisfolgeprodukt Dextrose und bei Prozessfiltern, die z. B. in der Produktion von Infusionslösungen eingesetzt werden. Fresenius Kabi nutzt Folgeprodukte aus Rohstoffen landwirtschaftlichen Ursprungs – neben Mais auch Milch – im Bereich der Infusionstherapien und der enteralen Ernährung. Bei dem Rohstoff Mais, der als Basisrohstoff für Maisfolgeprodukte eingesetzt wird, stieg der Preis im Jahresverlauf zeitweise deutlich an. Nach deutlichen Preiserhöhungen für Milchfolgeprodukte wurde die Angebotsmenge im Jahr 2008 ausgeweitet. Aufgrund dieser Entwicklung erzielte Fresenius Kabi hier gute Verhandlungsergebnisse. Für den Produktbereich Solution Filters wurde in Zusammenarbeit mit Fresenius Medical Care für das Jahr 2009 eine Ausschreibung für gemeinsame Bedarfe formuliert. Diese soll im Jahr 2009 zum Tragen kommen.

