Konzernlagebericht
Geschäft und Rahmenbedingungen
Überblick über den Geschäftsverlauf ÜBERBLICK ÜBER DEN GESCHÄFTSVERLAUF
Gesamtwirtschaftliche Rahmenbedingungen
Die globale Konjunkturentwicklung war von der sich verschärfenden Finanzmarktkrise gekennzeichnet, deren realwirtschaftliche Folgen im Laufe des Jahres 2008 auch außerhalb der USA deutlich spürbar wurden. Insgesamt kühlte die Weltwirtschaft mit einem Wachstum des globalen Bruttoinlandprodukts (BIP) von 3,1% merklich ab (2007: 4,7%). Eine Reihe von Industrienationen befindet sich infolgedessen zumindest im technischen Sinne in oder am Rande einer Rezession. Gleichzeitig erfüllte sich die Hoffnung nicht, dass sich die Schwellenländer vom Konjunkturverlauf in den Industrieländern abkoppeln könnten.
Im Jahr 2008 kam es zu extremen Schwankungen der Rohstoffpreise. In der ersten Jahreshälfte war ein markanter Preisanstieg zu beobachten, dem im weiteren Verlauf des Jahres ein noch stärkerer Verfall gegenüberstand. Zu dieser Entwicklung haben nicht nur fundamentale, sondern auch spekulative Faktoren beigetragen. So kletterte der Ölpreis der Marke Brent von Januar bis Juli auf einen neuen Höchstwert von rund 145 US$ je Barrel. Der sich daran anschließende massive Preissturz um nahezu 70% auf bis 44 US$ je Barrel ist im Wesentlichen auf die sich rapide eintrübende Weltkonjunktur zurückzuführen.
Auch der Euro hat in den letzten Monaten des Jahres gegenüber dem US-Dollar deutlich an Stärke eingebüßt. Mitte Juli kostete ein Euro 1,57 US$. Zum Jahresende waren es nur noch 1,39 US$. Dies entspricht einer deutlichen Abwertung von 11%. Dass der US-Dollar trotz eines erheblich niedrigeren US-Zinsniveaus gegenüber dem Euro an Wert gewonnen hat, lässt sich im Wesentlichen durch die Rückführung von im Ausland getätigten Investitionen erklären. So haben US-Investoren verstärkt Kapital aus den Schwellenländern abgezogen. Die daraus resultierende erhöhte Nachfrage der US-Währung führte in der Folge zu einer Aufwertung des US-Dollars.
Europa
Die wirtschaftliche Dynamik innerhalb des Euroraums
schwächte sich im Jahr 2008 merklich ab. Die Zuwachsrate
des BIP betrug 0,9% und lag damit deutlich unter
dem Vorjahreswert von 2,6%. Trotz der starken binnenwirtschaftlichen
Verflechtungen wirkte sich die Konjunkturschwäche
der USA sowie die weltweite Finanzmarktkrise
auf alle Mitgliedsländer des Euroraums konjunkturbremsend
aus, wenngleich unterschiedlich stark. So
waren Länder, die selbst einen Immobilienboom erlebt
hatten, wie Spanien und Irland, deutlicher von der Korrektur
der Immobilienpreise betroffen; rückläufige Wohnungsbauinvestitionen
und fallende Vermögenspreise
waren die Folge. Im Gegensatz dazu bekam beispielsweise
Deutschland eher die zeitlich verzögerten indirekten
Folgen der Krise in Form einer Nachfrageschwäche aus
dem Ausland zu spüren. Weiterhin erfreulich entwickelte
sich die Situation auf dem Arbeitsmarkt. Die Arbeitslosenquote
im Euroraum lag mit 7,4% auf dem niedrigsten Stand seit Beginn der Aufzeichnungen. Aufgrund der
massiven konjunkturellen Abschwächung ist bereits im
Jahr 2009 mit einem signifikanten Anstieg der europäischen
Arbeitslosenquote zu rechnen. Die Abschwächung
der wirtschaftlichen Dynamik zeigte sich auch bei den
öffentlichen Haushalten. Gestiegene Staatsausgaben, insbesondere
durch Stützungsmaßnahmen im Zusammenhang
mit der Finanzmarktkrise, führten zu steigenden
Defizitquoten. Sorge bereitete außerdem die in der ersten
Jahreshälfte stark gestiegene Inflationsrate von fast 4%
im Euroraum. Insbesondere die gestiegenen Rohstoffund
Lebensmittelpreise übten einen erheblichen Inflationsdruck
aus. Im Laufe der zweiten Jahreshälfte haben
sowohl die sich abschwächende wirtschaftliche Dynamik
als auch der deutliche Rückgang des Ölpreises zu einer
signifikanten Abschwächung der Inflation geführt. Zum
Jahresende notierte die Inflationsrate nahe dem EZB Zielwert
von etwa 2%.

