Der Fresenius Konzern
Nachhaltigkeit
Forschung und Entwicklung FORSCHUNG UND ENTWICKLUNG
Der Forschung und Entwicklung kommt bei Fresenius große Bedeutung zu. Wir entwickeln Produkte und Therapien für schwer und chronisch kranke Menschen. Die hohe Qualität ist Voraussetzung dafür, Patienten optimal zu versorgen, ihre Lebensqualität zu erhöhen und damit auch die Lebenserwartung zu steigern. Als integraler Bestandteil unserer Unternehmensstrategie ist die Forschung und Entwicklung auch Motor des Unternehmenserfolgs.
DIALYSE
Fresenius Medical Care forscht und entwickelt im Bereich der Dialyse sowie anderer extrakorporaler Blutbehandlungen. Dabei profitiert die Gesellschaft von ihrer vertikalen Integration, d.h. von der Verbindung von Dialyseprodukten und Dialysedienstleistungen. Die tägliche Erfahrung bei der Behandlung von 184.086 Patienten liefert wichtige Erkenntnisse für die Entwicklung neuer Produkte und Therapien und kann somit erfolgreich genutzt werden. Darüber hinaus fördert dies die Entwicklung ganzheitlicher Therapien.
Hämodialyse
Im Jahr 2008 lag ein Entwicklungsschwerpunkt auf der Online-Hämodiafiltration (Online-HDF) und dem Hämodialysegerät 5008S. Mit der Entwicklung des Therapiesystems 5008 haben wir die Online-HDF von einem exklusiven Verfahren für wenige Anwender zu einem in der Gerätegrundausstattung erhältlichen Standard erhoben. Die für die Hämodiafiltration benötigte Flüssigkeit – sterile und pyrogenfreie Dialysierlösung – wird nun in der Maschine selbst bei laufendem Betrieb aus Standard-Bikarbonatdialysat hergestellt, daher auch die Bezeichnung „Online-HDF“. Ein Austausch von Flüssigkeitsbeuteln muss nicht mehr erfolgen. Im Jahr 2008 führten wir das Hämodialysegerät 5008S im europäischen Markt ein. Das Gerät ist eine Weiterentwicklung des Therapiesystems 5008. Die Benutzung wurde vereinfacht und verbessert, ferner wurden zusätzliche Sicherheits- und Kontrollmechanismen integriert. So passt sich die Fließgeschwindigkeit des Dialysats automatisch an den individuellen Blutfluss der Dialysepatienten an. Wir erwarten, dass das intuitiv zu bedienende Dialysesystem 5008S dazu beiträgt, die Online-HDF weltweit in der Nierenersatztherapie zu etablieren. Das Therapiesystem 5008 werden wir auch weiterhin als Plattform nutzen, um unsere Produkte zu verbessern und um neue Produkteigenschaften zu ergänzen.
Im Jahr 2007 wurde der Body Composition Monitor (BCM) in den Markt eingeführt. Der BCM ist ein Gerät, mit dessen Hilfe sich die Körperzusammensetzung eines Dialysepatienten, d. h. Körpermasse, fettfreie Körpermasse und Fett, bestimmen lässt. Die genaue Kenntnis dieser Daten, insbesondere des Anteils des Körperwassers, ist eine wichtige Voraussetzung, um den Zustand von Dialysepatienten zu beurteilen und ihre therapeutische Betreuung festzulegen. Im vergangenen Jahr wurden mehrere klinische Studien mit der Veröffentlichung von Publikationen abgeschlossen. Diese untermauern die herausragende diagnostische Bedeutung des BCM. Da der BCM noch kein medizinisches Standardgerät ist, arbeitet Fresenius Medical Care eng mit klinischen Experten zusammen, die von ihren Erfahrungen bei der Einführung des BCM in den klinischen Alltag berichten. Die Ergebnisse werden wichtige Hinweise für die Anwendungsberatung durch unseren Kundendienst liefern. Der BCM und seine Weiterentwicklung werden auch zukünftig ein Schwerpunkt unserer Entwicklungsarbeit sein.
Mit der Akquisition des US-Unternehmens Renal Solutions, Inc. (RSI) haben wir im Jahr 2007 einen wichtigen Schritt unternommen, um grundlegend neue Funktionalitäten in die Medizintechnik zu integrieren. RSI ist ein international anerkannter Spezialist auf dem Gebiet der Dialysatregeneration mithilfe enzymbasierter Adsorbersysteme. Die SORB-Technologie von RSI ermöglicht es, Leitungswasser für die Dialyse aufzubereiten und die Dialysierflüssigkeit wiederzuverwenden. Für eine Dialysebehandlung werden nur noch sechs Liter Trinkwasser benötigt statt bislang etwa 120 Liter Reinstwasser aus Umkehrosmoseanlagen. Zusätzlich zu ihrer ökologischen und finanziellen Bedeutung erlaubt diese Technologie, die Dialysegeräte erheblich zu verkleinern. Der für uns langfristig interessante Aspekt dieser Technologie besteht darin, dass sie eine gezielte Toxinentfernung aus dem Blut der Patienten in Aussicht stellt. In den nächsten Jahren stehen weitere Entwicklungen zu innovativen Lösungen für die Heimdialyse im Vordergrund.

