27. FINANZINSTRUMENTE
BEWERTUNG VON FINANZINSTRUMENTEN
Marktwerte der Finanzinstrumente
In der folgenden Tabelle sind die Buchwerte sowie die Marktwerte der Finanzinstrumente des Konzerns zum 31. Dezember dargestellt.
| in Mio € | Buchwert | 2007 Marktwert |
Buchwert | 2006 Marktwert |
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| Flüssige Mittel | 361 | 361 | 261 | 261 | |||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||
| Zum Buchwert bilanzierte Vermögenswerte | 2.167 | 2.167 | 2.096 | 2.096 | |||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||
| Zum Buchwert bilanzierte Verbindlichkeiten | 6.147 | 6.118 | 6.299 | 6.384 | |||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||
| Derivate | -16 | -16 | 39 | 39 | |||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||
Die Derivate wurden in der Bilanz unsaldiert unter den sonstigen Vermögensgegenständen in Höhe von 18 Mio € und den sonstigen Verbindlichkeiten in Höhe von 34 Mio € ausgewiesen.
Ermittlung der Marktwerte von Finanzinstrumenten
Im Folgenden werden die wesentlichen Methoden und Annahmen erläutert, die bei der Ermittlung der Marktwerte von Finanzinstrumenten angewendet werden:
Flüssige Mittel werden zu ihrem Nominalwert angesetzt, der dem Marktwert entspricht.
Kurzfristige Finanzinstrumente wie Forderungen und Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen sowie kurzfristige Darlehen werden mit dem Buchwert angesetzt, der aufgrund der kurzen Laufzeiten dieser Instrumente eine angemessene Schätzung des Marktwerts darstellt.
Der Marktwert der Anleihen und der genussscheinähnlichen Wertpapiere basiert auf Marktpreisen und Marktquotierungen am Bilanzstichtag. Der Marktwert von anderen festverzinslichen Finanzverbindlichkeiten, für die keine Kursnotierungen verfügbar sind, ergibt sich als Barwert der entsprechenden zukünftigen Zahlungsströme. Für die Ermittlung dieser Barwerte werden die am Bilanzstichtag gültigen Zinssätze und Kreditmargen des Fresenius-Konzerns berücksichtigt.
Bei Verbindlichkeiten mit variabler Verzinsung entsprechen die Buchwerte den Marktwerten, da die Zinssätze für diese Verbindlichkeiten in der Regel alle drei Monate an die jeweils geltenden Geldmarktkonditionen angepasst werden.
Die Derivate bestehend aus Zinsswaps und Devisentermingeschäften werden wie folgt bewertet: Bei Zinsswaps erfolgt die Bewertung durch Abzinsung der zukünftigen Zahlungsströme auf Basis der am Bilanzstichtag für die Restlaufzeit der Kontrakte geltenden Marktzinssätze. Für die Ermittlung der Marktwerte von Devisentermingeschäften wird der kontrahierte Terminkurs mit dem Terminkurs des Bilanzstichtags für die Restlaufzeit des jeweiligen Kontraktes verglichen. Der daraus resultierende Wert wird unter Berücksichtigung aktueller Marktzinssätze der entsprechenden Währung auf den Bilanzstichtag diskontiert.
Erfolgswirksame Effekte der nicht-derivativen Finanzinstrumente
Die erfolgswirksam erfassten Gewinne und Verluste aus nicht-derivativen Finanzinstrumenten betreffen Zinserträge in Höhe von 27 Mio €, Zinsaufwendungen in Höhe von 395 Mio € und Wertberichtigungen auf Forderungen in Höhe von 152 Mio €.
MARKTRISIKO
Allgemeines
Aus der internationalen Geschäftstätigkeit in zahlreichen Währungen ergeben sich für den Fresenius-Konzern Risiken aus Wechselkursschwankungen. Zur Finanzierung seiner Geschäftstätigkeit emittiert der Fresenius-Konzern Anleihen, genussscheinähnliche Wertpapiere und Geldmarktpapiere und vereinbart mit Banken im Wesentlichen langfristige Darlehen und mittelfristige Schuldscheindarlehen. Daraus können sich für den Fresenius-Konzern Zinsrisiken aus variabler Verzinsung und Kursrisiken für Bilanzpositionen aus fixer Verzinsung ergeben.
Zur Steuerung der Zins- und Währungsrisiken tritt der Fresenius-Konzern im Rahmen der vom Vorstand festgelegten Limite in bestimmte Sicherungsgeschäfte mit Banken einwandfreier Bonität ein. Der Fresenius-Konzern verwendet derivative Finanzinstrumente nicht für spekulative Zwecke.
Der Fresenius-Konzern führt seine Aktivitäten auf dem Gebiet der derivativen Finanzinstrumente grundsätzlich unter Kontrolle einer zentralen Abteilung durch. Der Fresenius-Konzern hat dazu in Anlehnung an einschlägige Normen aus dem Bankenbereich Richtlinien für die Risikobeurteilung und die Kontrolle über den Einsatz von derivativen Finanzinstrumenten festgelegt. Diese Richtlinien regeln insbesondere eine klare Trennung der Verantwortlichkeiten in Bezug auf Handel, Abwicklung, Buchhaltung und Kontrolle.
Zur Quantifizierung der Zins- und Währungsrisiken definiert der Fresenius-Konzern für die einzelnen Risikopositionen jeweils einen Richtwert (Benchmark) auf Basis erzielbarer bzw. tragfähiger Sicherungskurse. In Abhängigkeit von den jeweiligen Richtwerten werden dann Sicherungsstrategien vereinbart und umgesetzt.
Das Jahresergebnis des Konzerns wurde nur unwesentlich durch die Ineffektivität von Sicherungsgeschäften beeinflusst, da die Kontraktspezifikationen der Zins- und Devisenkontrakte weitgehend mit den Parametern der entsprechenden Risikopositionen übereinstimmten.
Derivative Finanzinstrumente
Management des Währungsrisikos
Für die Finanzberichterstattung ist der Euro Berichtswährung. Daher beeinflussen Translationsrisiken
aus der Änderung von Wechselkursen zwischen dem Euro und den lokalen Währungen, in denen die
Jahresabschlüsse der ausländischen Tochtergesellschaften erstellt werden, das im Konzernabschluss
ausgewiesene Jahresergebnis und die finanzielle Lage.
Daneben gibt es Transaktionsrisiken einzelner Konzerngesellschaften, die sich vor allem aus in fremder Währung fakturierten Einkäufen, Verkäufen, Engineering- und Dienstleistungen ergeben. Insbesondere werden die in den in- und ausländischen Werken des Fresenius-Konzerns hergestellten Produkte an die Tochtergesellschaften in den einzelnen Ländern geliefert und grundsätzlich in der Währung der Produktionsstätte fakturiert. Aus diesen Transaktionen resultiert der wesentliche Teil der Transaktionsrisiken. Für diese konzerninternen Lieferungen und Leistungen sind vor allem der Euro, der US-Dollar und der Yen die jeweilige Fakturierungswährung. Dadurch sind die Tochtergesellschaften von Wechselkursänderungen zwischen den Fakturierungswährungen und den Währungen betroffen, in denen sie ihre lokalen Geschäftstätigkeiten durchführen. Zur Sicherung der bestehenden oder zu erwartenden Risiken setzt der Fresenius-Konzern Devisentermingeschäfte und in geringem Umfang Devisenoptionen ein. Devisentermingeschäfte und Devisenoptionen werden ausschließlich zur Absicherung der Währungsrisiken eingesetzt. Zum 31. Dezember 2007 waren keine Devisenoptionen im Bestand.
Zum 31. Dezember 2007 betrug das Nominalvolumen aller Devisenkontrakte 739 Mio €, der Marktwert dieser Kontrakte belief sich auf 14 Mio €. Der Abschluss dieser Devisenkontrakte erfolgte zur Absicherung von Transaktionsrisiken aus dem operativen Geschäft und im Zusammenhang mit Konzerndarlehen in fremder Währung. Der überwiegende Teil der Devisentermingeschäfte zur Absicherung von Transaktionsrisiken aus dem operativen Geschäft wurde als Cashflow Hedge bilanziert.
Der effektive Teil der Marktwertänderungen von Devisenterminkontrakten, die als Cashflow Hedges für geplante Wareneinkäufe und -verkäufe bestimmt und geeignet sind, wird erfolgsneutral im Eigenkapital (kumuliertes Übriges Comprehensive Income (Loss)) abgegrenzt. Diese Beträge werden in der Folgezeit zeitgleich mit den Ergebniswirkungen der entsprechenden Transaktion in der Gewinn- und Verlustrechung als Aufwendungen zur Erzielung des Umsatzes oder als Teil der Vertriebs- und Verwaltungskosten sowie der Zinserträge oder -aufwendungen erfasst. Zum 31. Dezember 2007 wurden Gewinne nach Steuern in Höhe von 6 Mio € (8 Mio € vor Steuern) erfolgsneutral im Eigenkapital abgegrenzt und werden überwiegend im Geschäftsjahr 2008 erfolgswirksam in die Gewinn- und Verlustrechnung umgebucht. Im Jahr 2007 wurden unrealisierte Gewinne nach Steuern von 1 Mio € (2 Mio € vor Steuern) in die Gewinn- und Verlustrechnung umgegliedert, die zuvor erfolgsneutral im Eigenkapital abgegrenzt waren.
Der Fresenius-Konzern hatte zum 31. Dezember 2007 Devisenkontrakte mit einer maximalen Laufzeit von 24 Monaten im Bestand.
Für die Abschätzung und Quantifizierung der Transaktionsrisiken in fremder Währung betrachtet der Fresenius-Konzern die mit hinreichender Wahrscheinlichkeit eintretenden Zahlungsströme der nächsten drei Monate als relevante Bemessungsgrundlage für die Durchführung einer Sensitivitätsanalyse. Für diese Analyse wird unterstellt, dass sich alle Wechselkurse, in denen der Konzern zum Stichtag offene Währungspositionen hatte, um 10% negativ ändern. Durch Multiplikation der ermittelten ungesicherten Risikopositionen mit diesem Faktor ergibt sich ein maximal möglicher negativer Einfluss der Transaktionsrisiken auf die Ertragslage des Konzerns in Höhe von 10 Mio €.
Management des Zinsrisikos
Die Zinsrisiken des Konzerns erwachsen im Wesentlichen aus den Geld- und Kapitalmarkttransaktionen
des Fresenius-Konzerns zur Finanzierung der Geschäftstätigkeit. Die Absicherung der Zinsrisiken
erfolgt hauptsächlich durch die Fresenius SE und die FMC-AG & Co. KGaA.
Der Fresenius-Konzern setzt Zinsswaps und in geringem Umfang Zinsoptionen ein, um sich durch den Tausch von variablen Zinsen in Festzinssätze gegen Zinsänderungsrisiken aus variabel verzinsten mittel- und langfristigen Krediten abzusichern. Des Weiteren verwendet der Fresenius-Konzern Zinsswaps, um durch den Tausch von Festzinssätzen in variable Zinsverpflichtungen den Marktwert eines Teils des festverzinslichen Fremdkapitals zu sichern.
Zur Analyse der Auswirkungen von Änderungen der für Fresenius relevanten Referenzzinsen auf die Ertragslage des Konzerns wird der Anteil der Finanzverbindlichkeiten ermittelt, der originär zu variablen Sätzen verzinst wird und nicht durch den Einsatz von Zinsswaps oder Zinsoptionen gegen einen Anstieg der Referenzzinsen gesichert ist, sowie der Teil der Finanzverbindlichkeiten, der ursprünglich zu festen Sätzen verzinst wird und durch den Einsatz von Zinsswaps in eine variabel verzinsliche Verbindlichkeit umgewandelt worden ist. Für den auf diese Weise ermittelten Teil der Finanzverbindlichkeiten wird unterstellt, dass die Referenzzinssätze am Berichtsstichtag jeweils einheitlich um 0,5% höher gewesen wären als sie tatsächlich waren. Der daraus folgende zusätzliche jährliche Zinsaufwand wird zu dem Konzern-Jahresüberschuss ins Verhältnis gesetzt. Diese Analyse ergibt, dass ein Anstieg der für den Fresenius-Konzern relevanten Referenzzinssätze um 0,5% einen Einfluss auf den Konzern-Jahresüberschuss von weniger als 1% hätte.
Cashflow Hedge
Der Fresenius-Konzern nutzt als Cashflow Hedges klassifizierte Zinsswaps, um bestimmte, überwiegend
in US-Dollar und Euro zu leistende Zinszahlungen aus bestehenden revolvierenden Kreditvereinbarungen
und Schuldscheindarlehen in fixe Zinszahlungen zu konvertieren. Die entsprechenden
US-Dollar Zinsswaps mit einem Nominalvolumen von 3.465 Mio US$ und einem Marktwert von
-35 Mio US$ laufen zu verschiedenen Terminen zwischen den Jahren 2008 und 2012 aus. Darin sind
Zinsswaps mit einem Nominalvolumen von 650 Mio US$ enthalten, die im Jahr 2007 abgeschlossen
wurden und ab dem 31. März 2008 wirksam werden. Bis zu diesem Zeitpunkt werden Zinsswaps mit
einem Nominalvolumen von 515 Mio US$ fällig. Die entsprechenden Euro Zinsswaps mit einem Nominalvolumen
von 217 Mio € und einem Marktwert von -2 Mio € werden zwischen den Jahren 2008
und 2014 fällig. Der durchschnittliche Zinssatz für die US-Dollar Zinsswaps beträgt 4,43% und für
die Euro Zinsswaps 4,56%.
Zum 31. Dezember 2007 wurden Verluste vor Steuern in Höhe von 26 Mio € (31. Dezember 2006, Gewinne: 45 Mio € ) erfolgsneutral im Eigenkapital (kumuliertes Übriges Comprehensive Income (Loss)) abgegrenzt. Nach Steuern beliefen sich diese Verluste auf 16 Mio € (31. Dezember 2006, Gewinne: 28 Mio €). Die aus den Swap-Vereinbarungen resultierenden Zinsverbindlichkeiten und Zinsforderungen werden abgegrenzt und als Anpassung des Zinsaufwands zum jeweiligen Bilanzstichtag erfasst.
Fair Value Hedge
Zur Sicherung des Marktwerts von Teilen des festverzinslichen Fremdkapitals hat Fresenius Medical
Care als Fair Value Hedges klassifizierte US-Dollar Zinsswaps abgeschlossen. Diese Zinsswaps
wandeln in US-Dollar zu leistende Festzinszahlungen für die genussscheinähnlichen Wertpapiere des
Fresenius Medical Care Capital Trust II in variabel verzinste Zahlungen um. Da die Kontraktspezifikationen
der Zinsswaps identisch sind mit den Konditionen der genussscheinähnlichen Wertpapiere
der Fresenius Medical Care Capital Trust II, ist die Sicherungsbeziehung wirksam und das Jahresergebnis
wurde nicht durch eine Ineffektivität des Sicherungsgeschäfts beeinflusst. Diese Zinsswaps
werden zum Marktwert in der Bilanz erfasst. Der entsprechende Anteil der gesicherten, festverzinslichen
genussscheinähnlichen Wertpapiere wird zum Buchwert einschließlich einer Wertkorrektur für
die zinsinduzierte Marktwertänderung ausgewiesen. Der erfolgswirksam erfasste Effekt der durch
diese Fair Value Hedges abgesicherten Grundgeschäfte betrug -7 Mio € (2006: -3 Mio €) und wurde
im Wesentlichen durch den erfolgswirksam erfassten Effekt der Sicherungsinstrumente in Höhe von
7 Mio € (2006: 3 Mio €) ausgeglichen. Zum 31. Dezember 2007 waren derartige Zinsswaps mit einem
Nominalwert von 450 Mio US$ (306 Mio €) und einem Marktwert von -6 Mio US$ (-4 Mio €) im
Bestand der Fresenius Medical Care. Die Fair Value Hedges der Fresenius Medical Care endeten am
1. Februar 2008 zeitgleich mit der Rückzahlung der entsprechenden Verbindlichkeiten.
KREDITRISIKO
Der Fresenius-Konzern ist in Bezug auf derivative Finanzinstrumente dem Risiko ausgesetzt, dass Vertragspartner ihre Leistungsverpflichtungen nicht erfüllen. Im Hinblick auf derivative Finanzinstrumente wird jedoch erwartet, dass die Vertragspartner ihren Verpflichtungen nachkommen, da es sich bei diesen um Banken einwandfreier Bonität handelt. Das maximale Kreditrisiko aus Derivaten ergibt sich aus der Summe der Derivate mit einem zum Bilanzstichtag positiven Marktwert. Am 31. Dezember 2007 betrug das maximale Kreditrisiko der Zinsderivate 0,4 Mio € und der Währungsderivate 19 Mio €. Das maximale Kreditrisiko aus nicht-derivativen Finanzinstrumenten entspricht dem Gesamtwert aller Forderungen. Das Management des Fresenius-Konzerns analysiert zur Kontrolle dieses Kreditrisikos die Altersstruktur der Forderungen. Zu Details im Zusammenhang mit Forderungen aus Lieferungen und Leistungen und Wertberichtigungen siehe Anmerkung 12, Forderungen aus Lieferungen und Leistungen.
LIQUIDITÄTSRISIKO
Das Liquiditätsrisiko ist definiert als das Risiko, dass eine Gesellschaft möglicherweise ihren finanziellen Verpflichtungen nicht nachkommen kann. Mittels eines effektiven Working-Capital- und Cash-Managements sowie einer vorausschauenden Evaluierung von Refinanzierungsalternativen steuert das Management des Fresenius-Konzerns die Liquidität des Konzerns. Das Management des Fresenius-Konzerns ist davon überzeugt, dass die bestehenden Kreditfazilitäten sowie die Mittelzuflüsse aus der laufenden Geschäftstätigkeit und aus sonstigen kurzfristigen Finanzierungsquellen zur Deckung des vorhersehbaren Liquiditätsbedarfs der Gesellschaft ausreichen (siehe Anmerkung 19, Verbindlichkeiten aus Darlehen und aktivierten Leasingverträgen).