30. ERLÄUTERUNGEN ZUR SEGMENTBERICHTERSTATTUNG

ALLGEMEINE ERLÄUTERUNGEN

Die Tabellen zur Segmentberichterstattung als integraler Bestandteil des Konzernanhangs befinden sich hier.

Die Segmentierung im Fresenius-Konzern mit den Unternehmensbereichen Fresenius Medical Care, Fresenius Kabi und Fresenius ProServe folgt den internen Organisations- und Berichtsstrukturen (Management Approach) zum 31. Dezember 2007.

Die Kennzahlen, die im Rahmen der Segmentberichterstattung dargestellt werden, entsprechen den Kennzahlen der internen Berichterstattung des Fresenius-Konzerns. Interne und externe Berichterstattung und Unternehmensrechnung korrespondieren; es werden die gleichen Kennzahlen und Definitionen verwendet.

Verkäufe und Erlöse zwischen den Segmenten werden grundsätzlich zu Preisen erbracht, die auch mit Konzernfremden vereinbart würden. Verwaltungsleistungen werden über Dienstleistungsvereinbarungen abgerechnet.

Grundlage für die Segmentierung ist die Rechnungslegungsvorschrift FAS 131 (Disclosures about Segments of an Enterprise and Related Information), in der die Segmentberichterstattung in den Jahresabschlüssen und Zwischenberichten zu den operativen Geschäfts-, Produkt- und Dienstleistungsbereichen und Regionen geregelt ist. Die Segmentierung nach Unternehmensbereichen stellt sich somit wie folgt dar:

Fresenius Medical Care ist der weltweit führende Anbieter von Dialyseprodukten und Dialysedienstleistungen zur lebensnotwendigen medizinischen Versorgung von Patienten mit chronischem Nierenversagen. In 2.238 eigenen Dialysekliniken betreut Fresenius Medical Care 173.863 Patienten.

Fresenius Kabi ist das in Europa führende Unternehmen im Bereich der Ernährungs- und Infusionstherapie mit Tochtergesellschaften und Vertriebspartnern weltweit. Die Produkte von Fresenius Kabi werden im Krankenhaus sowie bei der ambulanten medizinischen Versorgung von schwer und chronisch kranken Patienten eingesetzt. Fresenius Kabi ist ferner in Europa ein führender Anbieter von Produkten der Transfusionstechnologie.

Fresenius ProServe ist ein führender privater, deutscher Krankenhausbetreiber mit 60 Kliniken. Das Leistungsspektrum umfasst weiterhin Engineering- und Dienstleistungen für Krankenhäuser und andere Gesundheitseinrichtungen. Ab 1. Januar 2008 treten an die Stelle von Fresenius ProServe zwei neue Unternehmensbereiche – Fresenius Helios und Fresenius Vamed. Diese beiden Bereiche bildeten bislang die Fresenius ProServe. Fresenius Helios ist auf den Betrieb von Krankenhäusern, Fresenius Vamed auf Engineering- und Dienstleistungen für Krankenhäuser und andere Gesundheitseinrichtungen ausgerichtet.

Das Segment Konzern/Sonstiges umfasst im Wesentlichen die Holdingfunktionen der Fresenius SE und die Fresenius Netcare GmbH, die Dienstleistungen im Bereich der Informationstechnologie anbietet, sowie die Fresenius Biotech, die nicht die Größenmerkmale zur separaten Darstellung als zu berichtendes Segment aufweist. Des Weiteren enthält das Segment Konzern/Sonstiges die zwischen den Segmenten durchzuführenden Konsolidierungsmaßnahmen.

Die regionale Segmentierung berücksichtigt neben der kontinentalen Aufteilung auch die Homogenität der Märkte bezüglich Chancen und Risiken. Die Zuordnung zu den einzelnen Segmenten richtet sich nach der Ansässigkeit der Kunden.

ERLÄUTERUNG ZU DEN SEGMENTDATEN

Die Zielgrößen, an denen die Segmente vom Vorstand gemessen werden, sind so gewählt, dass diese alle Erträge und Aufwendungen beinhalten, die im Entscheidungsbereich der Segmente liegen. Der Vorstand ist davon überzeugt, dass der dafür am besten geeignete Maßstab das operative Ergebnis (EBIT) ist. Der Vorstand geht davon aus, dass neben dem operativen Ergebnis auch die Kenngröße Ergebnis vor Zinsen, Ertragsteuern und Abschreibungen (EBITDA) für Investoren hilfreich sein kann, um die Fähigkeit des Fresenius-Konzerns in Bezug auf die Erzielung von finanziellen Überschüssen und die Bedienung ihrer finanziellen Verpflichtungen zu beurteilen. Die Kennzahl EBITDA ist außerdem die Basis für die Beurteilung der Einhaltung von vorgegebenen Kennzahlen im Rahmen der Kreditvereinbarungen des Fresenius-Konzerns (z.B. der vorrangigen Fresenius Medical Care-Kreditvereinbarung 2006).

Die Abschreibungen beziehen sich auf die in dem jeweiligen Unternehmensbereich gebundenen Sachanlagen und immateriellen Vermögensgegenstände mit einer bestimmbaren Nutzungsdauer.

Das Zinsergebnis umfasst Zinsaufwendungen und Zinserträge.

Der Jahresüberschuss ist definiert als das Ergebnis nach Ertragsteuern und nach Anteilen anderer Gesellschafter.

Der operative Cashflow ist der durch die gewöhnliche Geschäftstätigkeit erwirtschaftete Mittelzufluss/-abfluss.

Der Cashflow vor Akquisitionen und Dividenden errechnet sich aus dem operativen Cashflow abzüglich der Netto-Investitionen. 

Die Finanzverbindlichkeiten umfassen Verbindlichkeiten gegenüber Kreditinstituten, Anleihen, genussscheinähnliche Wertpapiere (Trust Preferred Securities), Verbindlichkeiten aus Finanzierungsleasing, Verbindlichkeiten aus ausstehenden Zahlungen für Akquisitionen sowie Konzernverbindlichkeiten.

Die Investitionen beinhalten die Zugänge von immateriellen Vermögensgegenständen und Sachanlagen.

Bei den Akquisitionen handelt es sich sowohl um den Erwerb von Anteilen an rechtlich selbstständigen Unternehmen als auch um den Kauf von Unternehmensteilen. Die hier dargestellten Kennzahlen geben die vertraglichen Kaufpreise wieder, die sich aus bar bezahlten Beträgen (abzüglich erworbener flüssiger Mittel), übernommenen Schulden sowie der Ausgabe von Aktienanteilen zusammensetzen. In die Kapitalflussrechnung hingegen fließen die in bar gezahlten Kaufpreisbestandteile abzüglich der erworbenen flüssigen Mittel ein.

Die EBITDA-Marge errechnet sich aus dem EBITDA im Verhältnis zum Umsatz.

Die EBIT-Marge ermittelt sich aus dem EBIT im Verhältnis zum Umsatz.

Die Rentabilität des betriebsnotwendigen Vermögens (ROOA) ist definiert als Quotient aus dem EBIT und dem durchschnittlichen betriebsnotwendigen Vermögen. Das betriebsnotwendige Vermögen ermittelt sich aus der Bilanzsumme abzüglich der aktiven latenten Steuern, der Lieferantenverbindlichkeiten sowie der erhaltenen Anzahlungen und zugesagten Fördermitteln.

Des Weiteren werden die Kenngrößen „Abschreibungen in % vom Umsatz“ und “Operativer Cashflow in % vom Umsatz” ausgewiesen.

Abstimmung der Kennzahlen zum konsolidierten Ergebnis

in Mio €
2007 2006
 
Gesamt-EBITDA der berichterstattenden Segmente 2.076 1.883
Abschreibungen -421 -399
Allgemeine Unternehmensaufwendungen Konzern/Sonstiges (EBITDA) -46 -40
Zinsaufwendungen -395 -418
Zinserträge 27 23
Gesamtergebnis vor Ertragsteuern und Anteilen
anderer Gesellschafter
1.241 1.049
     
Gesamt-EBIT der berichterstattenden Segmente 1.666 1.495
Allgemeine Unternehmensaufwendungen Konzern/Sonstiges (EBIT) -57 -51
Zinsaufwendungen -395 -418
Zinserträge 27 23
Gesamtergebnis vor Ertragsteuern und Anteilen
anderer Gesellschafter
1.241 1.049
     
Abschreibungen der berichterstattenden Segmente 410 388
Abschreibungen Konzern/Sonstiges 11 11
Abschreibungen gesamt 421 399
 

Herleitung der Netto-Finanzverbindlichkeiten aus der Konzern-Bilanz

in Mio €
31. Dezember 2007 31. Dezember 2006
 
Kurzfristige Darlehen 362 330
Kurzfristige Darlehen von verbundenen Unternehmen 1
Kurzfristig fälliger Teil der langfristigen Verbindlichkeiten aus Darlehen und aktivierten Leasingverträgen 115 265
Kurzfristig fälliger Teil der genussscheinähnlichen Wertpapiere der Fresenius Medical Care Capital Trusts 455 0
Langfristige Verbindlichkeiten aus Darlehen und aktivierten Leasingverträgen, abzüglich des kurzfristig fälligen Teils 2.887 3.230
Anleihen 1.434 1.100
Genussscheinähnliche Wertpapiere der Fresenius Medical Care Capital Trusts 446 946
Finanzverbindlichkeiten 5.699 5.872
abzüglich flüssige Mittel 361 261
Netto-Finanzverbindlichkeiten 5.338 5.611
 


Die regionale Aufteilung der langfristigen Aktiva stellt sich wie folgt dar: 

in Mio €
31. Dezember 2007 31. Dezember 2006
 
Deutschland 2.711 2.282
Übriges Europa (ohne Deutschland) 1.838 1.653
Nordamerika 5.765 6.297
Asien-Pazifik 358 265
Lateinamerika 192 162
Afrika 36 32
Gesamte langfristige Aktiva1) 10.900 10.691
 
1) Die Summe der langfristigen Aktiva ergibt sich aus den langfristigen Vermögensgegenständen abzüglich der latenten Steuern sowie der derivativen Finanzinstrumente.

In Deutschland wurde im Geschäftsjahr 2007 ein Umsatz in Höhe von 2.476 Mio € erwirtschaftet (2006: 2.322 Mio €).