Fresenius Helios
Fresenius Helios hat sich in den vergangenen Jahren zu einem anerkannten Privatisierungspartner
im deutschen Krankenhausmarkt entwickelt. Die Wachstumsstrategie haben
wir mit weiteren Krankenhausakquisitionen erfolgreich fortgesetzt. Im Geschäftsjahr 2007
erzielte Fresenius Helios einen Umsatz von 1,8 Mrd € und steigerte das Ergebnis und die
operative Marge deutlich.
Zu HELIOS gehören 60 eigene Kliniken, darunter fünf Maximalversorger in Berlin-Buch, Erfurt, Krefeld, Schwerin und Wuppertal. Insgesamt verfügt die Gruppe über rund 17.200 Betten. Zur HELIOS-Gruppe gehören auch Kliniken für Rehabilitationsmedizin. Ende 2007 beschäftigte das Unternehmen mehr als 30.000 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter.
WIRTSCHAFTLICHE ENTWICKLUNG
Im Jahr 2007 stieg der Umsatz von Fresenius Helios um 10% auf 1.841 Mio € (2006: 1.673 Mio €). Das organische Umsatzwachstum belief sich auf sehr gute 3%. Der Anstieg der stationär und ambulant behandelten Fälle wirkte sich positiv auf die organische Umsatzentwicklung aus. Akquisitionen trugen in Höhe von 9% zum Umsatzwachstum bei. Desinvestitionen wirkten sich mit -2% aus. Das Ergebnis verbesserte Fresenius Helios deutlich und erhöhte die Profitabilität: Der EBITDA stieg um 16% auf 220 Mio € (2006: 189 Mio €). Die EBITDA-Marge erhöhte sich auf 12,0% (2006: 11,3%). Fresenius Helios erreichte beim EBIT ein Plus von 17% auf 155 Mio € (2006: 133 Mio €). Dies entspricht einer EBIT-Marge von 8,4% (2006: 7,9%).
Dieses sehr gute Ergebnis erreichten wir trotz verschiedener negativer Einflussfaktoren: Neben der Erhöhung der Mehrwertsteuer beeinflussten auch Tarifsteigerungen sowie u.a. der Sanierungsbeitrag zur Stabilisierung der Gesundheitskosten von 0,5% die Ertragslage. Der Jahresüberschuss stieg um 8% auf 64 Mio € (2006: 59 Mio €).
| in Mio € |
2007 | 2006 | Veränd. | |||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||
| Umsatz | 1.841 | 1.673 | 10% | |||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||
| EBITDA | 220 | 189 | 16% | |||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||
| EBITDA-Marge | 12,0% | 11,3% | ||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||
| EBIT | 155 | 133 | 17% | |||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||
| EBIT-Marge | 8,4% | 7,9% | ||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||
| Jahresüberschuss |
64 | 59 | 8% | |||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||
STEIGERUNG DER FÄLLE UND BEHANDLUNGSLEISTUNGEN
Mit der Einführung diagnosebezogener Fallpauschalen (Diagnosis Related Groups – DRGs) mit landesweit einheitlichen Krankenhausentgelten sehen sich Krankenhäuser in Deutschland einem zunehmenden Wettbewerb um Patienten ausgesetzt. Die HELIOS Kliniken haben sich erfolgreich auf die veränderten Finanzierungs- und Wettbewerbsbedingungen eingestellt: Erneut konnten wir die in Deutschland behandelten stationären Fälle erhöhen. Im Jahr 2007 stiegen sie auf insgesamt 476.477, ein ausgezeichnetes Plus von 11% (2006: 428.360). Organisch, d.h. ohne die neu akquirierten Kliniken, stieg die Anzahl der behandelten Fälle um 3%.
| 2007 | 2006 | Veränd. | ||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||
| Stationäre Fälle | 476.477 | 428.360 | 11% | |||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||
| Akutkliniken | 442.383 | 396.301 | 12% | |||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||
| Rehabilitationskliniken | 34.094 | 32.059 | 6% | |||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||
| Ambulante Fälle | 1.127.613 | n.a. | ||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||
Weitere Leistungsindikatoren verbesserten sich gleichfalls im Jahresverlauf:
| 2007 | 2006 | Veränd. | ||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||
| Akutkliniken | 40 | 34 | 18% | |||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||
| Betten | 13.333 | 11.713 | 14% | |||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||
| Verweildauer (Tage)* | 7,1 | 7,3 | -3% | |||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||
| Reha-Kliniken | 20 | 21 | -5% | |||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||
| Betten | 3.859 | 3.972 | -3% | |||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||
| Verweildauer (Tage)* | 31,9 | 32,9 | -3% | |||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||
| Auslastung Reha-Kliniken* | 82% | 78% | 5% | |||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||
| * nur Deutschland | ||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||
Im Bereich der Akut-Krankenhäuser lag die durchschnittliche Verweildauer bei 7,1 Tagen (2006: 7,3 Tage). Die Auslastung in den Rehabilitationskliniken lag bei 82% (2006: 78%).
INVESTITIONEN IN VERSORGUNGSSTRUKTUREN
Im Jahr 2007 investierte Fresenius Helios 401 Mio € in die Sanierung und Renovierung ihrer Kliniken (2006: 263 Mio €). Die deutliche Erhöhung der Eigeninvestitionen auf 149 Mio € (2006: 100 Mio €) ist vor allem auf den Neubau des Klinikums Berlin-Buch zurückzuführen. Allein hier investierten wir insgesamt rund 200 Mio € aus eigenen Mitteln, davon 75 Mio € im Jahr 2007. Damit hat HELIOS die vertragliche Verpflichtung gegenüber dem Land Berlin, bis zum Jahr 2008 einen Neubau zu errichten, voll erfüllt. Darüber hinaus sichern wir mit den Investitionen langfristig die hohe medizinische Qualität und erhöhen die Profitabilität des Klinikums. Das Klinikum Berlin-Buch versorgt jährlich rund 37.000 Patienten stationär, die Poliklinik behandelt rund 150.000 Patienten ambulant.
| in Mio € |
2007 | 2006 | Veränd. | |||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||
| Investitionen | 401 | 263 | 52% | |||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||
| Sachanlagen Eigeninvestit. | 149 | 100 | 49% | |||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||
| Fördermittel* | 78 | 50 | 56% | |||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||
| Akquisitionen | 174 | 114 | 53% | |||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||
| * Summe aus zweckgebundenen, öffentlichen Investititionszuschüssen gemäß § 9 Krankenhausfinanzierungsgesetz (KHG). |
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KONZERNTARIFVERTRAG ABGESCHLOSSEN
Als erster privater Klinikkonzern vereinbarte HELIOS im Januar 2007 mit der Dienstleistungsgewerkschaft ver.di einen bundesweit gültigen Konzerntarifvertrag. Durch die Einigung mit ver.di wurde die Vergütung für Ärzte einheitlich geregelt, unabhängig von der Gewerkschaftszugehörigkeit. Bereits im Dezember 2006 wurde mit dem Marburger Bund ein Konzerntarifvertrag für Ärzte geschlossen. Die Konzerntarifverträge betreffen zunächst insgesamt 14.000 Mitarbeiter, sollen aber schrittweise auf alle Akutkliniken übertragen werden. Für die Mitarbeiter der Rehabilitationskliniken des Konzerns werden die Arbeits- und Vergütungsbedingungen in einem eigenen, an die spezifischen Erfordernisse des Rehabilitationsbereiches angepassten Konzerntarifvertrag geregelt. Die Verhandlungen zu diesem Tarifwerk wurden im Jahr 2007 aufgenommen und werden im Jahr 2008 fortgeführt.
EXPANSION IM KRANKENHAUSMARKT FORTGESETZT
Das Geschäftsmodell von HELIOS beruht auf Wachstum durch Akquisitionen. Bestandteil der Akquisitionsstrategie ist die regionale Nähe der Kliniken zueinander, um Netzwerke (Cluster) zu bilden. Der regionale Cluster ermöglicht Einsparpotenziale vor allem durch die Konzentration von nicht-medizinischen Leistungen (z.B. Wäscherei oder Krankenhausküche) auf einen Standort. Dabei achten wir auf eine hohe medizinische Qualität und optimale Versorgung der Patienten. Nach einer Akquisition führen die Reorganisation von Prozessen und die Implementierung des bewährten HELIOS-Qualitätsmanagementsystems zu einem zielgerichteten, ertragsorientierten Management des betreffenden Krankenhauses. Ziel ist es, die EBITDA-Marge einer einzelnen Klinik innerhalb von fünf Jahren nach Erstkonsolidierung auf 15% zu steigern.
Im Berichtsjahr hat HELIOS die Expansion im deutschen Krankenhausmarkt erfolgreich fortgesetzt: Mit der Übernahme von 74,9% der Anteile an den Städtischen Krankenhäusern Krefeld wird ab dem Jahr 2008 der fünfte Maximalversorger in die Gruppe integriert. Beide Kliniken verfügen zusammen über 1.205 Betten und versorgten im Jahr 2006 rund 40.000 Patienten.
| Umsatz 2006 | Betten | ||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||
| Krankenhaus Überlingen am Bodensee |
~ 22 Mio € | 191 | |||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||
| St. Elisabeth Krankenhaus, Oberhausen |
~ 20 Mio € | 203 | |||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||
| Krankenhaus Lengerich | ~ 12 Mio € | 130 | |||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||
| Klinikum Krefeld/ Cäcilienhospital Hüls |
~ 175 Mio € | 1.205 | |||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||
Sie beschäftigen zusammen rund 3.300 Mitarbeiter und erzielten im Jahr 2006 einen Umsatz von etwa 175 Mio €. Die bilanzielle Erstkonsolidierung der beiden Kliniken erfolgte zum 31. Dezember 2007.
Darüber hinaus erwarb HELIOS drei weitere Krankenhäuser in Deutschland: das Krankenhaus in Überlingen am Bodensee, das St. Elisabeth Krankenhaus in Oberhausen sowie das Krankenhaus Lengerich. Diese Häuser erwirtschafteten im Jahr 2006 einen Umsatz in Höhe von 54 Mio €. Zusammen verfügen sie über mehr als 520 Betten.
Im deutschen Krankenhausmarkt war im Jahr 2007 eine Abschwächung in der Privatisierung von Krankenhäusern in öffentlicher oder freigemeinnütziger Trägerschaft spürbar. Dank der Verbesserung der gesamtwirtschaftlichen Situation in Deutschland hat sich verschiedentlich die Haushaltslage der Städte und Gemeinden leicht entspannt. Diese kurzfristige Erholung verschleiert jedoch den nach wie vor akuten Investitionsbedarf und die weiterhin unbefriedigende, wirtschaftliche Situation kommunaler Krankenhäuser. Experten rechnen damit, dass im Jahr 2008 die Zahl der Privatisierungen von Krankenhäusern in Deutschland wieder zunehmen wird. HELIOS ist als erfahrener Privatisierungspartner im deutschen Krankenhausmarkt für weitere Akquisitionen ausgezeichnet gerüstet.
ZIEL: BESTE MEDIZINISCHE ERGEBNISSE
HELIOS hat im Jahr 2007 ihr erfolgreiches Programm zur Weiterentwicklung der medizinischen Ergebnisqualität fortgesetzt. Durch ein einzigartiges, eigenentwickeltes Qualitätsmanagementsystem wird die kontinuierliche Verbesserung der Behandlung von Patienten gewährleistet. Das Qualitätsmanagement wird im Konzernlagebericht detailliert vorgestellt.
In den vergangenen Jahren arbeitete HELIOS daran, gemeinsam mit dem AOK Bundesverband, dem wissenschaftlichen Institut der AOK (WIdO) und dem Forschungsinstitut für das Sozial- und Gesundheitswesen Sachsen-Anhalt (FEISA), eine im Prinzip auf dem HELIOS-Verfahren aufbauende Methodik der Qualitätsmessung auch bei den Krankenkassen anwendbar zu machen. Aufgrund deren umfassenderen Datenlage – die Krankenkassen verfügen über Daten zu Langzeitverläufen – ergeben sich daraus noch wesentlich weitreichendere Möglichkeiten der Qualitätsmessung als im Krankenhaus selbst. Die Methodik überprüft daher Langzeitergebnisse der stationären Versorgung über den einzelnen Krankenhausaufenthalt hinaus auf Grundlage bereits vorliegender Routinedaten der gesetzlichen Krankenversicherung. Die hierzu notwendigen technischen Entwicklungen wurden von den Projektpartnern Anfang 2007 abgeschlossen. Die praktische Einführung von Berichten, die auf diesem Verfahren beruhen und die allen deutschen Krankenhäusern zur Verfügung stehen werden, ist seitens des AOK Bundesverbandes für das 1. Halbjahr 2008 zu erwarten.
Wir stellen uns damit nicht nur dem Qualitätswettbewerb, sondern öffnen uns auch für die externe Überprüfung unserer Ergebnisse durch die Krankenkassen. Dies stellt hohe Anforderungen an unsere Mitarbeiter, sichert aber langfristig in einem zunehmend wettbewerbsorientierten Umfeld die wirtschaftliche Existenz der Kliniken.
Voraussetzung für die angestrebte, kontinuierliche Verbesserung der Qualität bei HELIOS ist natürlich auch eine optimale wirtschaftliche Gestaltung der Prozesse und Behandlungsabläufe innerhalb der Kliniken der Gruppe. Wir werden auch im Jahr 2008 unser Ziel konsequent weiterverfolgen, in allen wichtigen Bereichen eine Behandlungsqualität zu erreichen, die besser als der Bundesdurchschnitt oder ggf. andere, international übliche Zielwerte ist.
Informationen zu Fortschritten in der Behandlung von Schlaganfällen finden Sie hier.
Informationen zum deutschen Krankenhausmarkt finden Sie im hier und im Ausblick im Lagebericht.