PROGNOSEBERICHT

Einige der im Lagebericht enthaltenen Angaben, einschließlich der Aussagen zu künftigen Umsätzen, Kosten und Investitionsausgaben sowie zu möglichen Veränderungen in der Branche oder zu Wettbewerbsbedingungen und der Finanzlage, enthalten zukunftsbezogene Aussagen. Diese wurden auf der Grundlage von Erwartungen und Einschätzungen des Vorstands über künftige den Konzern möglicherweise betreffende Ereignisse formuliert. Solche in die Zukunft gerichteten Aussagen unterliegen naturgemäß Risiken, Ungewissheiten, Annahmen und anderen Faktoren, die dazu führen können, dass die tatsächlichen Ergebnisse einschließlich der Finanzlage und der Profitabilität von Fresenius wesentlich von denjenigen abweichen – in positiver wie in negativer Hinsicht – die in diesen Aussagen ausdrücklich oder implizit angenommen oder beschrieben werden. Wir verweisen hierzu auch auf unseren Risikobericht.

GESAMTAUSSAGE UND MITTELFRISTIGER AUSBLICK

Die Aussichten des Fresenius-Konzerns für die kommenden Jahre sind weiterhin sehr positiv. Ausgezeichnete Wachstumschancen für Fresenius ergeben sich vor allem aus folgenden Faktoren:  

Darüber hinaus nehmen wir leistungswirtschaftliche Chancen wahr, die sich uns aus dem operativen Geschäft beim Kostenmanagement und bei der Steigerung der Effizienz und der Ertragskraft ergeben. Dazu zählen u.a. ein weiter optimierter Beschaffungsprozess und eine kosteneffiziente Produktion.

Vor dem Hintergrund nachhaltig wachsender Märkte und einer langfristig angelegten Strategie, die auf profitables Wachstum zielt, hat sich Fresenius unter dem Begriff „15/15“ ein mittelfristiges Ziel gesetzt. Fresenius will im Jahr 2010 folgendes erreichen:

  1. Einen Konzern-Umsatz von 15 Mrd €. Basierend auf dem erreichten Umsatz im Jahr 2007 von 11.358 Mio € entspräche dies einer gewichteten durchschnittlichen Wachstumsrate von rund 10 % p.a. Dies soll erreicht werden durch ein hohes organisches Wachstum unterstützt durch Akquisitionen.
  2. Eine EBIT-Marge von 15%. Das Ergebnis soll also prozentual deutlich stärker als der Umsatz zulegen.

Akquisitionen haben zu deutlich höheren Finanzverbindlichkeiten des Konzerns mit entsprechenden Effekten auf das Zinsergebnis geführt. Ziel ist es daher, die Verschuldungskennziffern des Konzerns wieder zu verbessern. 

Die Prognose berücksichtigt alle zum Zeitpunkt der Bilanzaufstellung bekannten Ereignisse, die unsere Geschäftsentwicklung im Jahr 2008 und darüber hinaus beeinflussen könnten. Wesentliche Risiken werden im Risikobericht erläutert. Wie in der Vergangenheit setzen wir alles daran, unsere Ziele zu erreichen und – wenn möglich – zu übertreffen.

KÜNFTIGE ABSATZMÄRKTE

Als international operierendes Unternehmen bieten wir unsere Produkte und Dienstleistungen in mehr als 100 Ländern an. Wir erwarten, dass sich in unseren Märkten in Europa, Asien-Pazifik und Lateinamerika die Konsolidierung der Wettbewerber weiter fortsetzt. Wir gehen daher insgesamt davon aus, dass sich für Fresenius Möglichkeiten eröffnen, sich sowohl über die Erhöhung der regionalen Präsenz als auch über die Arrondierung des Produktprogramms neue Absatzmärkte zu erschließen. In den USA verfügen Fresenius Medical Care und der Wettbewerber DaVita bereits über einen Marktanteil von rund zwei Dritteln. Daher sind dort – auch aufgrund potenzieller kartellrechtlicher Restriktionen – eher kleinere Akquisitionen zu erwarten. Darüber hinaus erschließen sich für Fresenius neue Absatzmärkte durch die sukzessive regionale Ausdehnung des bestehenden Produktprogramms.

GESAMTWIRTSCHAFTLICHER AUSBLICK

Die Prognosen für das Jahr 2008 zeichnen ein günstiges Bild der globalen wirtschaftlichen Aussichten. Es wird zwar mit einer Verlangsamung der konjunkturellen Entwicklung gerechnet, aber nicht mit einem Einbruch. Voraussetzung ist, dass es den Notenbanken und den großen Finanzinstitutionen gelingt, die negativen Effekte aus der Finanzkrise im Hinblick auf die Liquidität der Banken begrenzt zu halten. Es bleibt das Risiko, dass sich die Turbulenzen an den Finanzmärkten erneut verstärken und die Risikoprämien an allen Kreditmarktsegmenten nachhaltig erhöhen. Der globale Zuwachs des BIP wird für das Jahr 2008 auf 4,6% geschätzt. Das Wachstum wird sich vor allem in den wirtschaftlich entwickelten Ländern verlangsamen. Den Schwellenländern, vor allen den asiatischen, wird zunehmend die Rolle der Lokomotive für die weltweite Konjunktur zukommen. Die Rohstoffpreise werden auch im Jahr 2008 auf hohem Niveau bleiben. Es wird erwartet, dass sich an der niedrigen Bewertung des US-Dollars gegenüber dem Euro nichts Wesentliches verändern wird.  

Angesichts des anhaltenden Nachfragerückgangs bei Wohnimmobilien ist bereits ein Rückgang der Immobilienpreise festzustellen. Sinkende Immobilienpreise werden über ihren Vermögenseffekt negative Auswirkungen auf den Konsum entfalten. In diesem Umfeld ist zu erwarten, dass die Federal Reserve weitere Leitzinssenkungen vornimmt. 

Quelle: Jahresgutachten 2007/2008 des Sachverständigenrats, Banken-Research

GESUNDHEITSSEKTOR UND MÄRKTE  

Fresenius Medical Care ist seit vielen Jahren in einer Vielzahl von Ländern mit unterschiedlichen Gesundheitssystemen und Vergütungsstrukturen aktiv. Dank dieser internationalen Erfahrung sind wir in der Lage, die Bemühungen der nationalen Gesundheitssysteme zu unterstützen, unser Geschäft den lokalen Gegebenheiten anzupassen und dabei profitabel zu wachsen. In unserem größten Markt, den USA, erzielen wir etwa 53% unseres Umsatzes mit Dialysedienstleistungen für Patienten, die den staatlichen Fürsorgeprogrammen Medicare und Medicaid angehören.

Der Rationalisierungstrend im deutschen Krankenhausmarkt wird sich im Jahr 2008 und darüber hinaus fortsetzen. Laut einer Studie der Unternehmensberatung Ernst & Young werden in Deutschland bis zum Jahr 2020 nur noch 1.500 Krankenhäuser in Betrieb sein. Je 1.000 Einwohner werden 2,9 Betten zur Verfügung stehen und die durchschnittliche stationäre Verweildauer wird sich auf 4,0 Tage reduzieren (2006: 6,2 Betten, 8,5 Tage).

Private Krankenhausketten und große Klinik-Verbünde können dem Druck zu mehr Wirtschaftlichkeit tendenziell besser begegnen als öffentliche Krankenhäuser. Sie verfügen oft über mehr Erfahrung hinsichtlich wirtschaftlich orientierten Handelns und über den Aufbau effizienter Strukturen. Sie haben die Möglichkeit, Kostenvorteile im Einkauf zu erzielen und haben in der Regel bessere Finanzierungsmöglichkeiten. Schließlich haben private Betreiber mehr Erfahrung im Prozess-Know-how bei der Akquisition und Integration neuer Einrichtungen sowie einer raschen Anpassung ihrer Kostenstrukturen.

Vor diesem Hintergrund wird erwartet, dass der Konzentrations- und Privatisierungsprozess vor allem bei den öffentlichen Krankenhäusern weiter zunehmen wird. Insgesamt erwarten Experten, dass sich der Anteil der Betten in privat betriebenen Krankenhäusern von derzeit rund 14% auf etwa 35 bis 40% bis zum Jahr 2015 erhöhen wird. Entscheidend für den Fortbestand der einzelnen Kliniken werden folgende Faktoren sein: eine hervorragende medizinische Qualität, qualifizierte Mitarbeiter, eine gute Organisation der Arbeitsabläufe und ein gut strukturiertes Behandlungsspektrum mit Ausrichtung auf hochwertige und komplexe medizinische Leistungen.

Das Jahr 2008 sollte im Bereich des öffentlichen Dienstes, d.h. der kommunalen Arbeitgeber (als Träger kommunaler Kliniken) wie auch der Bundesländer (als Träger der Universitätskliniken), erneut von schwierigen Tarifverhandlungen geprägt sein. Sowohl die Gewerkschaft ver.di als auch der Marburger Bund stellen – angesichts der wirtschaftlichen und Finanzierungssituation der Kliniken – für die jeweils von ihnen vertretenen Berufsgruppen hohe Tarifforderungen. Bereits eine Tarifeinigung auf Basis deutlich geringerer als der aktuell gestellten Forderungen könnte dazu führen, dass sich die angespannte Finanzsituation vieler öffentlicher Kliniken weiter verschärft. Dies wird den Abbau weiterer Arbeitsplätze und eine Zunahme der Privatisierungen zur Folge haben. 

Quellen: Krankenhaus-Barometer 2007, Ernst & Young “Gesundheitsversorgung 2020”, Banken-Research

KONZERNUMSATZ UND KONZERNERGEBNIS

Dank seiner internationalen Produktions- und Vertriebsplattform ist der Fresenius-Konzern exzellent aufgestellt, um mit seinen marktgerechten Produkten und Dienstleistungen auch in den nächsten Jahren weiter zu wachsen. Gleichzeitig bieten die im Kapitel „Gesundheitssektor und Märkte“ beschriebenen Entwicklungen Chancen für profitables Wachstum. Für das Geschäftsjahr 2008 planen wir daher, den Konzernumsatz auf Basis der Währungsrelationen des Jahres 2007 um 8 bis 10% zu steigern.

Während die Märkte in unseren angestammten Regionen Europa und Nordamerika im Durchschnitt mit niedrigen bis mittleren einstelligen Prozentraten wachsen, sehen wir auch zukünftig weitaus stärkere Wachstumschancen in der Region Asien-Pazifik und in Lateinamerika, da hier der Bedarf an unseren lebenserhaltenden und lebensrettenden Produkten aufgrund der medizinischen Unterversorgung sehr hoch ist. Dies wird sich so auch in unserer Umsatzentwicklung widerspiegeln: Während wir in unseren Hauptregionen USA und Europa mit prozentual einstelligen Raten wachsen sollten, gehen wir davon aus, dass wir in den Wachstumsregionen mit zweistelligen Prozentraten beim Umsatz zulegen können.

Für das Geschäftsjahr 2008 planen wir erneut einen deutlichen Anstieg des Konzern-Jahresüberschusses. Dies wollen wir erreichen durch die angesprochene Umsatzentwicklung sowie durch Maßnahmen, die unsere Kostenquote vor allem im Bereich der Produktion senken. Trotz eines nachhaltig von Kosteneinsparungen und Preisdruck gezeichneten Marktumfeldes erwarten wir, den Jahresüberschuss deutlich stärker als den Umsatz und zwar währungsbereinigt um 10 bis 15% zu steigern.

UMSATZ UND ERGEBNIS DER UNTERNEHMENSBEREICHE

Für das laufende Geschäftsjahr 2008 erwarten wir in allen Unternehmensbereichen gute Umsatz- und Ergebnissteigerungen. Dies zeigt die Tabelle "Ziele der Unternehmensbereiche" im Überblick.

Die Zahl der Dialysepatienten wird voraussichtlich auch im Jahr 2008 weltweit um rund 6% zunehmen. Daraus wird ein weiter steigender Bedarf an Dialyseprodukten sowie eine höhere Anzahl von Behandlungen resultieren. Für das Geschäftsjahr 2008 erwartet Fresenius Medical Care, in ihrer Berichtswährung US-Dollar, einen Umsatzanstieg auf mehr als 10,4 Mrd US$. Der Jahresüberschuss soll auf 805 bis 825 Mio US$ steigen.

Fresenius Kabi erwartet, dass sich im Geschäftsjahr 2008 die positive Geschäftsentwicklung fortsetzt. Das Unternehmen geht davon aus, den Umsatz währungsbereinigt um 12 bis 15% steigern zu können. Hierzu soll primär ein hohes organisches Wachstum von etwa 7% beitragen. Gute Wachstumschancen werden erneut aus der Region Asien-Pazifik und aus Lateinamerika erwartet. Angesichts der positiven Umsatzprognose und weiterer Kostenoptimierungen, vor allem in der Produktion, sowie einer Verbesserung des Produktmixes, rechnet Fresenius Kabi im Geschäftsjahr 2008 wiederum mit einem deutlichen Ergebnisanstieg. Fresenius Kabi erwartet eine EBIT-Marge von rund 16,5%. Dabei wird für die jüngsten Akquisitionen zunächst ein leicht unterdurchschnittlicher EBIT-Beitrag erwartet, u.a. aufgrund von Abschreibungen immaterieller Vermögensgegenstände. Auf vergleichbarer Basis erwartet Fresenius Kabi eine weitere Steigerung der EBIT-Marge auf 16,5 bis 17%.

Fresenius Helios geht im Krankenhausbetreiber-Geschäft von einer weiterhin guten Entwicklung aus. Für das Geschäftsjahr 2008 rechnet das Unternehmen mit einem Umsatz von mehr als 2.050 Mio €. Die Umsatzentwicklung wird erheblich durch die erstmalige Konsolidierung akquirierter Kliniken, vor allem der Städtischen Krankenhäuser Krefeld, beeinflusst werden. Der EBIT der Fresenius Helios soll im Geschäftsjahr 2008 trotz des anfänglich negativen Ergebnisses der Städtischen Krankenhäuser Krefeld auf 160 bis 170 Mio € steigen. Wachstumschancen erwartet Fresenius Helios vor allem durch die weitere Privatisierung von Krankenhäusern in Deutschland.

Der Unternehmensbereich Fresenius Vamed erwartet angesichts der ausgezeichneten Auftragslage eine gute Entwicklung im Geschäftsjahr 2008. Der Umsatz soll um 5 - 10% steigen. Beim EBIT erwartet Fresenius Vamed ebenfalls eine Erhöhung um 5 - 10%.

Fresenius Biotech wird ihr klinisches Studienprogramm fortführen. Wir erwarten, dass die Aufwendungen für unsere Biotechnologie-Projekte zu einem negativen EBIT von rund -50 Mio € im Jahr 2008 führen werden.

FINANZIERUNG

Im Geschäftsjahr 2007 haben wir vornehmlich durch die gute Ergebnisentwicklung einen ausgezeichneten operativen Cashflow von 1.296 Mio € erreicht. Die Cashflow-Rate beträgt 11,4%. Aus heutiger Sicht gehen wir davon aus, dass wir im Geschäftsjahr 2008, vor allem dank weiterer Ergebnisverbesserungen, eine Cashflow-Rate in der Größenordnung von 10% werden erzielen können.

Als eine zentrale finanzwirtschaftliche Zielgröße für den Fresenius Konzern verwenden wir die Kennzahl Netto-Finanzverbindlichkeiten/EBITDA. Am 31. Dezember 2007 betrug dieser Wert 2,6. Mittelfristig wollen wir einen Wert von 2,5 erzielen, der primär durch Ergebnissteigerungen und eine weiterhin positive Cashflow-Entwicklung erreicht werden soll. 

ZIELE DES KONZERNS
  Ziele 2008 Geschäftsjahr 2007
 
Umsatz, Wachstum (währungsbereinigt)  8 - 10% 11.358 Mio €
Jahresüberschuss, Wachstum (währungsbereinigt) 10 - 15% 410 Mio €
Investitionen in Sachanlagen ~ 750 Mio € 705 Mio €
Dividende Ertragsorientierte Aus-
schüttungspolitik
fortsetzen
Vorschlag: ~15% je
Stamm- und Vorzugsaktie
 

Dieses Ziel steht unter der Annahme, dass sich dem Konzern keine großen Akquisitionsmöglichkeiten bieten.

Insgesamt verfügen wir über einen angemessenen Finanzierungsspielraum mit umfangreichen freien Kreditlinien aus syndizierten oder bilateral mit Banken vereinbarten Krediten. Zum 31. Dezember 2007 waren das Forderungsverkaufsprogramm der Fresenius Medical Care in Höhe von 650 Mio US$ lediglich zum Teil und das Commercial-Paper-Programm der Fresenius SE in Höhe von 250 Mio € nicht genutzt. Wir verweisen hierzu auch auf den Lagebericht.

Durch die im Jahr 2007 vorgenommenen Kapitalmarkttransaktionen ist der Refinanzierungsbedarf des Jahres 2008 bereits komplett abgedeckt. Auch in den Jahren 2009 und 2010 besteht nur ein begrenzter Refinanzierungsbedarf, der aus dem Cashflow und falls erforderlich aus bestehenden Kreditfazilitäten abgedeckt werden kann. 

INVESTITIONEN

Fresenius plant, auch künftig in Wachstum zu investieren und die Mittel für Sachanlagen zu erhöhen. Für das Geschäftsjahr 2008 erwarten wir Investitionen in Sachanlagen und immaterielle Vermögensgegenstände in Höhe von rund 750 Mio €. Damit übertreffen wir noch einmal deutlich die Investitionsmittel des Jahres 2007 in Höhe von 705 Mio €. Der Anstieg dieser Summe kommt vor allem aus dem Unternehmensbereich Fresenius Medical Care. Rund zwei Drittel der vorgesehenen Investitionssumme entfallen auf Fresenius Medical Care, jeweils rund 15% auf die Unternehmensbereiche Fresenius Kabi und Fresenius Helios. Bei Fresenius Medical Care werden die Investitionsschwerpunkte darin bestehen, Dialysekliniken zu errichten bzw. zu erweitern sowie Produktionsanlagen zu erhalten und auszubauen. Fresenius Kabi wird zum einen in den Ausbau und Erhalt der Produktionsanlagen, zum anderen in die Einführung neuer Produktionstechnologien investieren. Dies eröffnet zudem Chancen, die Produktionseffizienz weiter zu steigern. Bei Fresenius Helios investieren wir primär in die Modernisierung sowie Ausstattung von Krankenhäusern. Regionale Investitionsschwerpunkte im Konzern sind Europa und Nordamerika mit rund 45% bzw. 40%, die restlichen Mittel werden in Asien, Lateinamerika und Afrika investiert. Rund 25% der Mittel sollen in Deutschland eingesetzt werden. 

BESCHAFFUNG

Bedingt durch die stark gestiegenen Preise für Energien und Rohstoffe ist die nachhaltige Optimierung des Beschaffungsmanagements in Bezug auf Preis, Konditionen und Qualität ein zentraler Baustein zur weiteren Steigerung des Ertrags. Wir rechnen mit einem Anstieg der Beschaffungskosten für rohölabhängige Zwischenprodukte.

ZIELE DER UNTERNEHMENSBEREICHE
  Ziele 2008 Geschäftsjahr 2007
 
Fresenius Medical Care    
   Umsatz
> 10,4 Mrd US$ 9.720 Mio US$
   Jahresüberschuss
805 - 825 Mio US$
717 Mio US$
Fresenius Kabi
   
   Umsatzwachstum (währungsbereinigt)
12 - 15%
2.030 Mio €
   EBIT-Marge
~ 16,5%
16,4%
Fresenius Helios
   
   Umsatz
> 2.050 Mio €
1.841 Mio €
   EBIT 160 - 170 Mio € 155 Mio €
Fresenius Vamed
   
   Umsatzwachstum  5 - 10%
408 Mio €
   EBIT-Wachstum 5 - 10% 26 Mio €
Fresenius Biotech    
   EBIT ~ -50 Mio € -50 Mio €
 

Andere Fertigwaren wie Kartonagen und Verpackungsmaterialien sollten relativ preisstabil bleiben. Die Bündelung der weltweiten, unternehmensübergreifenden Beschaffungsprozesse wird fortgesetzt. Mit Einkaufsallianzen aus verschiedenen Branchen wollen wir unser Einkaufsvolumen weiter erhöhen und damit unsere Verhandlungsposition bei Lieferanten stärken. Darüber hinaus werden einzelne Prozesse langfristig durch die Einführung der elektronischen Bedarfsanforderung schlanker gestaltet.

Der im Jahr 2007 anhaltende Höhenflug der Preise für Energien und erdölabhängige Produkte dürfte sich auch im Jahr 2008 fortsetzen. Die weiterhin starke Nachfrage aus Wachstumsregionen und geopolitische Einflüsse sind nur einige Hauptfaktoren dieser Entwicklung. Für Maisfolgeprodukte rechnen wir gleichfalls mit einem anhaltend hohen Preisniveau. Ausgehend vom aktuellen Niveau werden die Preise für Milchfolgeprodukte voraussichtlich etwas sinken. Tendenziell werden die Preise für Milchfolgeprodukte jedoch auf einem hohen Niveau verharren.

Das Beschaffungsmanagement von HELIOS wird sich auch in den kommenden Jahren neuen Anforderungen stellen und kontinuierlich verbessern. Kliniken versorgen zunehmend Patienten mit höheren Bedarfen an medizinischen Sachmitteln. In der Zusammenarbeit zwischen Ärzten und Ökonomen bedeutet dies nicht nur patientenorientierte und verantwortliche Entscheidungen zu treffen, sondern auch die Balance von Qualität und Wirtschaftlichkeit zu bewahren. Dies ist eine stetige Herausforderung. HELIOS hat darüber hinaus ein spezielles Integrationskonzept entwickelt, um neu akquirierte Kliniken in den Konzernverbund und damit in das zentrale Beschaffungsmanagement einzubinden. Ziel für das Jahr 2008 ist es, die Integration der neu akquirierten Kliniken zügig durchzuführen und Einsparpotenziale zu heben. Ferner arbeiten wir an der Ausweitung der Bedarfsbündelungen, z.B. im Bereich der Arzneimittel. Unser Einkaufskonzept sieht weiterhin vor, das E-Procurement in den einzelnen Kliniken deutlich auszuweiten. Bis zum Jahr 2010 sollen in allen HELIOS Kliniken die Beschaffungsprozesse elektronisch abgebildet werden. 

FORSCHUNG UND ENTWICKLUNG

Unseren Forschungs- und Entwicklungsaktivitäten werden wir auch in Zukunft einen hohen Stellenwert beimessen, um das Wachstum des Unternehmens langfristig durch Innovationen und neuartige Therapien sichern zu können. Dabei konzentrieren wir uns auf Produkte zur Behandlung von Patienten mit chronischem Nierenversagen. Hier stehen auch künftig die Weiterentwicklung von Dialysemembranen, Dialysegeräten sowie weiterer Produkte im Vordergrund. Darüber hinaus werden extrakorporale Verfahren, wie die Therapie von Lebererkrankungen und die Erforschung von alternativen Mitteln zur regionalen Gerinnungshemmung, einen breiten Raum bei unseren Aktivitäten einnehmen. Einen weiteren Fokus bilden die Infusions- und Ernährungstherapien. Gezielt forcieren wir auch Entwicklungen in der Biotechnologie, auf dem Gebiet der Antikörpertherapien. Die biotechnologische Forschung eröffnet Möglichkeiten, bislang unheilbare Krankheiten behandeln zu können, und bietet Fresenius die Chance, mit innovativen Krebstherapien weiteres Wachstum zu erreichen. Basierend auf den vielversprechenden Ergebnissen einer Phase-II/III-Studie wurden Ende 2007 Zulassungsunterlagen für den Antikörper Removab® in der Indikation Maligner Aszites bei der EMEA (European Medicines Agency), der europäischen Arzneimittelagentur, eingereicht. Fresenius Biotech erwartet, dass eine mögliche Markteinführung dieses Produkts für die Indikation Maligner Aszites Anfang 2009 erfolgen könnte, wenn die Zulassung erteilt wird. Weitere klinische Studien mit den Antikörpern Removab® und Rexomun® für unterschiedliche Indikationen dauern noch an.

Für das Geschäftsjahr 2008 haben wir geplant, unsere Aufwendungen für Forschung und Entwicklung im Konzern zu erhöhen. Der Anstieg soll prozentual über dem der erwarteten organischen Umsatzsteigerung liegen. Auch soll die Zahl der in der Forschung und Entwicklung tätigen Mitarbeiter steigen.

Für den Erfolg neuer Produkte ist es von zentraler Bedeutung, dass Forschungs- und Entwicklungsprojekte marktorientiert und unter strengem zeitlichen Management vorangetrieben werden. Dabei überprüfen wir kontinuierlich unsere Forschungsergebnisse auf der Grundlage klar definierter Zwischenziele. 

Innovative Ideen, Produktentwicklung und Therapien mit hohem Qualitätsniveau werden auch in Zukunft die Basis für weitere marktführende Produkte sein.

RECHTLICHE UNTERNEHMENSSTRUKTUR UND ORGANISATION

Fresenius hat im Geschäftsjahr 2007 die Umwandlung von einer Aktiengesellschaft in eine Societas Europaea (SE) vollzogen. Es ist auf absehbare Zeit keine weitere Änderung der Rechtsform vorgesehen.

Der Fresenius-Konzern präsentiert sich seit dem 1. Januar 2008 in vier Unternehmensbereichen, die jeweils rechtlich selbstständig sind. Diese Unternehmensbereiche sind regional und dezentral aufgestellt, um so mit größtmöglicher Flexibilität die Anforderungen ihrer Märkte erfüllen zu können. Das Prinzip des „Unternehmers im Unternehmen“ mit klar definierten Verantwortlichkeiten hat sich seit vielen Jahren bewährt. Dieses Prinzip werden wir beibehalten.

GEPLANTE ÄNDERUNGEN IM PERSONAL- UND SOZIALBEREICH

Die Zahl der Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter im Konzern wird aufgrund der starken organischen Expansion auch in Zukunft steigen. Der Mitarbeiteranstieg soll jedoch unter dem prozentualen organischen Anstieg des Umsatzes liegen. Die regionale Verteilung der Beschäftigten wird sich nicht wesentlich ändern – knapp 50% werden in Europa, rund 35% in Nordamerika und mehr als 15% in Asien-Pazifik, Lateinamerika und Afrika beschäftigt sein.

DIVIDENDE

Bei unserer Dividendenpolitik wollen wir die Kontinuität bewahren, die wir mit stetigen Dividendenerhöhungen bereits in den letzten 14 Jahren eindrucksvoll bewiesen haben. Auch für das Geschäftsjahr 2008 wollen wir an dieser Politik festhalten und unseren Aktionärinnen und Aktionären basierend auf unserer positiven Ergebniserwartung wieder eine ertragsorientierte Ausschüttung in Aussicht stellen.