CHANCEN- UND RISIKOBERICHT
Durch die Expansion, vor allem in internationalen Märkten, und die Komplexität und Dynamik unseres Geschäfts ist der Fresenius-Konzern naturgemäß einer Reihe von Risiken ausgesetzt. Diese Risiken sind unmittelbar mit aktivem unternehmerischem Handeln verknüpft. Die Bereitschaft, Risiken einzugehen, ist eine Voraussetzung dafür, Chancen nutzen zu können.
Als Anbieter von oftmals lebensrettenden Produkten und Dienstleistungen für schwer und chronisch kranke Menschen sind wir kaum von Konjunkturzyklen abhängig. Unsere Erfahrung sowohl in der Entwicklung und Herstellung von Produkten als auch in unseren Märkten ist eine solide Basis, um Risiken sicher einschätzen zu können. Gleichzeitig bietet das Gesundheitswesen dem Fresenius-Konzern vielfältige und nachhaltige Wachstumschancen und Expansionsmöglichkeiten, die wir auch künftig gezielt nutzen wollen.
CHANCENMANAGEMENT
Das Management von Chancen ist eine fortwährende Aufgabe unternehmerischer Tätigkeit, um den langfristigen Erfolg des Unternehmens zu sichern. Damit schaffen wir Neues, sichern und verbessern Bestehendes. Das Management von Chancen ist eng an der langfristigen Strategie und der Mittelfristplanung des Fresenius-Konzerns ausgerichtet. Durch die dezentrale, regionale Organisations- und Managementstruktur des Fresenius-Konzerns können wir frühzeitig Trends, Anforderungen und die Chancen der oftmals fragmentierten Märkte erkennen, analysieren und flexibel sowie marktnah agieren. Darüber hinaus kommunizieren und diskutieren wir kontinuierlich mit Forschergruppen und Institutionen und führen intensive Markt- sowie Wettbewerbsbeobachtungen durch, um Chancen aufzuspüren. Im Konzern können wir zudem durch stetige Kommunikation und zielgerichteten Erfahrungsaustausch der einzelnen Bereiche miteinander zusätzliche Chancen und auch Synergiepotenziale nutzen. Zukünftige Chancen, die wir für den Fresenius-Konzern sehen, sind im Prognosebericht dargestellt.
RISIKOMANAGEMENT
Ebenso wie das Chancenmanagement ist das Management von Risiken eine fortwährende Aufgabe. Die Fähigkeit, Risiken zu erfassen, zu analysieren und zu steuern, ist ein wichtiges Element solider Unternehmensführung. Das Fresenius-Risikomanagementsystem ist eng mit der Unternehmensstrategie verknüpft und basiert auf deren Vorgaben. In Kombination mit unserem internen Überwachungssystem, dem Risikocontrolling und dem daraus abgeleiteten Frühwarnsystem können wir Entwicklungen, die den Fortbestand der Gesellschaften gefährden könnten, frühzeitig erkennen und ihnen gegensteuern. In den Unternehmensbereichen des Konzerns haben wir die Verantwortlichkeiten für den Prozessablauf und die Überwachung wie folgt festgelegt:
- Die Risikosituation wird regelmäßig und standardisiert erfasst und mit den bestehenden Vorgaben verglichen. So können wir rechtzeitig Gegenmaßnahmen ergreifen, wenn sich negative Entwicklungen abzeichnen.
- Die verantwortlichen Führungskräfte sind verpflichtet, dem Vorstand über relevante Veränderungen des Risikoprofils unverzüglich zu berichten.
- Wir betreiben ständige Marktbeobachtung und halten enge Kontakte zu Kunden, Lieferanten und Institutionen, um zeitnah Veränderungen unseres Umfelds erkennen und darauf reagieren zu können.
Die Maßnahmen des Risikomanagements werden sowohl auf Konzernebene als auch in den Unternehmensbereichen durch das Risikocontrolling sowie durch ein Managementinformationssystem unterstützt. Auf Basis detaillierter monatlicher und quartalsweiser Finanzberichte werden Abweichungen der Ertrags- und Vermögenslage von den Planwerten identifiziert und analysiert. Darüber hinaus besteht neben dem Risikomanagement ein Überwachungssystem aus organisatorischen Sicherungsmaßnahmen sowie internen Kontrollen und Prüfungen. Unser Risikomanagement wird regelmäßig geprüft und gegebenenfalls angepasst, damit wir den Veränderungen der Märkte frühzeitig begegnen können; dieses System hat sich bislang bewährt.
Aus der internationalen Ausrichtung der Geschäftstätigkeit ergeben sich für den Fresenius-Konzern vielfältige Fremdwährungsrisiken. Die Finanzierung der Geschäftstätigkeit setzt den Konzern darüber hinaus verschiedenen Zinsänderungsrisiken aus. Um mögliche nachteilige Auswirkungen dieser Risiken zu begrenzen, setzen wir u.a. auch derivative Finanzinstrumente im Rahmen unseres Risikomanagements ein. Wir beschränken uns dabei jedoch auf marktgängige, außerbörslich gehandelte Instrumente, die wir ausschließlich zur Sicherung von Grundgeschäften nutzen, nicht aber zu Handels- oder Spekulationszwecken.
Der Fresenius-Konzern betreibt das Währungs- und Zinsmanagement auf der Grundlage einer vom Vorstand verabschiedeten Richtlinie, in der Ziele, Organisation und Ablauf der Risikomanagement-Prozesse festgelegt sind. Sie definiert insbesondere die Verantwortlichkeiten für die Ermittlung der Risiken, für den Abschluss von Sicherungsgeschäften und für die regelmäßige Berichterstattung über das Risikomanagement. Diese Verantwortlichkeiten sind auf die Entscheidungsstrukturen in den übrigen Geschäftsprozessen des Konzerns abgestimmt. Die Geschäfte mit derivativen Finanzinstrumenten werden, bis auf vereinzelte devisenrechtlich bedingte Ausnahmen, unter Kontrolle der zentralen Treasury-Abteilung des Fresenius-Konzerns getätigt und unterliegen strenger interner Aufsicht. So ist sichergestellt, dass der Vorstand über alle wesentlichen Risiken und über die bestehenden Sicherungsgeschäfte stets umfassend informiert ist. Die Funktionsfähigkeit und Wirksamkeit des Risikomanagementsystems sind Gegenstand der jährlichen Abschlussprüfung. Erkenntnisse, die sich dabei ergeben, werden bei der kontinuierlichen Weiterentwicklung desselben berücksichtigt.
RISIKOFELDER
Die für die Geschäftstätigkeit des Fresenius-Konzerns maßgeblichen Risikofelder stellen sich wie folgt dar:
- Gesamtwirtschaftliches Risiko
Aus heutiger Sicht besteht für den Fresenius-Konzern hinsichtlich der globalen Wirtschaftsentwicklung kein maßgebliches Risiko. Für das Geschäftsjahr 2008 gehen wir davon aus, dass sich das gesamtwirtschaftliche Wachstum insgesamt fortsetzen dürfte. Für den Fresenius-Konzern erwarten wir daher eine weiterhin starke Nachfrage nach lebensrettenden und lebenserhaltenden Produkten und Dienstleistungen. - Risiken aufgrund wirtschaftlicher Rahmenbedingungen
Die jeweilige Risikosituation für die einzelnen Unternehmensbereiche ist auch von der Entwicklung der relevanten Absatzmärkte abhängig. Aus diesem Grund werden auch die politischen, rechtlichen und finanzwirtschaftlichen Rahmenbedingungen sorgfältig beobachtet und bewertet. Darüber hinaus erfordert die fortschreitende Internationalisierung unserer Absatzmärkte, dass wir uns mit länderspezifischen Risiken auseinandersetzen.
- Branchenrisiko
Von wesentlicher Bedeutung für den Fresenius-Konzern sind Risiken, die im Zusammenhang mit Veränderungen im Gesundheitsmarkt stehen. Dabei handelt es sich vor allem um die Entwicklung neuer Produkte und Therapien durch Wettbewerber, die Finanzierung der Gesundheitssysteme sowie die Kostenerstattung im Gesundheitssektor. In besonderem Maße trifft dies aufgrund des hohen Anteils am Gesamtumsatz auf den Absatzmarkt USA zu, wo z.B. Änderungen im Erstattungssystem unser Geschäft beeinflussen könnten. Ähnliches gilt für den Krankenhausmarkt in Deutschland. So werden die Krankenhäuser auch im Jahr 2008 pauschal zu einem Sanierungsbeitrag zur Stabilisierung der Gesundheitsausgaben herangezogen. Die Einführung des DRG-Systems (Diagnosis Related Groups) soll die Effizienz in den Krankenhäusern steigern und die Aufwendungen im Gesundheitssystem reduzieren. Die gesetzlichen Weiterentwicklungen des DRG-Systems werden durch das Unternehmen laufend überwacht. Diskussionen um die Beendigung der dualen Finanzierung im Krankenhausbereich werden ebenso beobachtet. Ein erheblicher Teil der Belegungen in den Kliniken wird durch gesetzliche Krankenkassen und Rentenversicherungsträger vorgenommen. Der Konzern ist daher besonders davon abhängig, dass die Verträge mit diesen Institutionen fortbestehen. Daher beobachten wir die gesetzgeberischen Aktivitäten nicht nur fortlaufend, sondern wir arbeiten auch initiativ mit den staatlichen Gesundheitsorganisationen zusammen. Insgesamt soll über Kostenreduktionen und Leistungssteigerungen möglichen regulatorischen Risiken entgegengewirkt werden. Darüber hinaus sind wir durch Kooperationen mit Ärzten und Wissenschaftlern in der Lage, wichtige technologische Innovationen aufzugreifen und zu fördern. Auch diese Kooperationen führen dazu, dass wir stets über aktuelle Entwicklungen alternativer Behandlungsmethoden informiert sind und auf dieser Basis unsere unternehmerische Strategie bewerten und gegebenenfalls anpassen können.
- Risiken des operativen Geschäfts
- Produktion, Produkte und Dienstleistungen
Potenziellen Risiken im Produktions- und Dienstleistungsbereich begegnen wir durch folgende Maßnahmen: Die Einhaltung von Produkt- und Produktionsvorschriften wird durch unsere Qualitätsmanagementsysteme gemäß den international anerkannten Qualitätsnormen ISO 9001, ISO 9002 und den entsprechenden internen Richtlinien sichergestellt. Diese sind z.B. in Qualitätshandbüchern und Verfahrensanweisungen festgelegt. In regelmäßigen Abständen werden von unseren Qualitätsmanagementbeauftragten in den Produktionsstandorten und den Dialysekliniken vor Ort Überwachungsaudits durchgeführt.
Diese umfassen die Einhaltung aller Anforderungen und Vorschriften von der Leitung und Verwaltung über die Produktherstellung und die klinischen Dienstleistungen bis hin zur Patientenzufriedenheit. Unsere Produktionen entsprechen grundsätzlich den internationalen „Good Manufacturing Practice“-Richtlinien oder anderen anerkannten internationalen und nationalen Standards. Darüber hinaus gewährleisten auch Quality-Management- und Compliance-Programme durch schriftlich festgelegte Richtlinien, dass wir unsere Geschäfte im Einklang mit hohen ethischen Standards führen und behördliche Vorschriften einhalten. Durch interne und externe Audits wird die Rechtmäßigkeit und Effizienz unserer Geschäftsabläufe sowie die Effektivität unserer internen Kontrollsysteme regelmäßig überprüft. Möglichen Risiken bei der Inbetriebnahme neuer Produktionsstätten oder neuer Technologien begegnen wir durch sorgfältige Projektplanung und durch regelmäßige Analyse und Überprüfung der Projektfortschritte.
In unseren Krankenhäusern und Fachkliniken erbringen wir medizinische Leistungen an Patienten, die grundsätzlich Risiken unterliegen; gleichzeitig können Betriebsrisiken entstehen, z.B. durch die hohen Anforderungen an Hygiene und Sterilität. Diesen Risiken begegnen wir durch eine strukturierte Ablauforganisation, kontinuierliche Mitarbeiterschulungen und eine an den Bedürfnissen der Patienten ausgerichteten Arbeitsweise.
Weitere Risiken können sich sowohl durch zunehmenden Preisdruck auf unsere Produkte als auch auf der Beschaffungsseite durch Preiserhöhungen ergeben. So könnten z.B. in den USA Änderungen in den Richtlinien zur Erstattung von Erythropoietin (EPO) oder eine geänderte Verabreichung die Umsatzerlöse und das Ergebnis von Fresenius erheblich beeinträchtigen. EPO ist ein Hormon, das die Produktion roter Blutkörperchen anregt und das in der Dialyse eingesetzt wird. Eine Lieferunterbrechung oder schlechtere Einkaufsbedingungen für EPO könnten außerdem die Umsätze verringern bzw. die Aufwendungen von Fresenius wesentlich erhöhen. Fresenius Medical Care hat mit Amgen einen Vertrag über die Lieferung von EPO in den USA und Puerto Rico abgeschlossen. Amgen ist der alleinige Anbieter von EPO in den USA. Der Vertrag hat eine Laufzeit bis zum 31. Dezember 2011. Erstattungen und Umsatzerlöse aus der Verabreichung von EPO trugen im Geschäftsjahr 2007 ca. 8% zum Umsatz des Fresenius-Konzerns bei.
Risiken im Beschaffungssektor, die sich hauptsächlich auf mögliche Preissteigerungen beziehen, begegnen wir durch eine entsprechende Auswahl und Kooperation mit unseren Lieferanten, durch längerfristige Rahmenverträge in bestimmten Einkaufssegmenten sowie durch Bündelung der zu beschaffenden Mengen im Konzern.
Den mit dem Engineering- und Krankenhaus-Dienstleistungsgeschäft verbundenen Risiken begegnen wir mit professioneller Projektsteuerung, kompetentem Projektmanagement und mit einem ausgereiften und der jeweiligen Geschäftstätigkeit angepassten System zur Erkennung, Bewertung und Minimierung dieser Risiken. Dies besteht aus organisatorischen Maßnahmen (u.a. Standards für Risikokalkulation in der Angebotserstellung, Risk Assessment vor Auftragsannahme, laufendes Projektcontrolling und laufend aktualisierter Risikobewertung), Qualitätssicherungsmaßnahmen und finanztechnischen Maßnahmen (u.a. Bonitätsprüfungen, Sicherung der Zahlungen durch Vorauszahlungen, Letters of Credit und abgesicherte Kredite).
- Forschung und Entwicklung
Die Entwicklung neuer Produkte und Therapien ist grundsätzlich mit dem Risiko verbunden, dass das angestrebte Entwicklungsziel nicht erreicht wird. Bis zur Zulassung eines Produkts sind kostenintensive und umfangreiche präklinische Prüfungen und klinische Studien notwendig. Dadurch, dass unsere Entwicklungsaktivitäten unterschiedliche Produktsegmente betreffen, sind diese Risiken im Fresenius-Konzern breit gestreut. Zudem begegnen wir etwaigen Risiken aus Forschungs- und Entwicklungsprojekten dadurch, dass wir die Entwicklungstrends kontinuierlich analysieren und evaluieren und die Projektfortschritte überprüfen. Daneben wird die strikte Einhaltung gesetzlicher Vorgaben in der klinischen und chemisch-pharmazeutischen Forschung und Entwicklung überwacht. - Risiken aus der Integration von Akquisitionen
Mit der Integration erworbener oder zu erwerbender Unternehmen ist Fresenius Risiken ausgesetzt, die sich im Fall ihres Eintretens nachteilig auf die Vermögens-, Finanz- und Ertragslage von Fresenius auswirken können. Nach einer Akquisition müssen die Infrastruktur des erworbenen Unternehmens integriert, rechtliche und vertragliche Fragen gelöst, und Marketing, Patientenservices sowie logistische Abläufe vereinheitlicht werden. Im Laufe der Integration könnte es zum Verlust von wesentlichen Führungskräften kommen und der Geschäftsablauf sowie die Geschäftsbeziehungen zu Kunden und Mitarbeitern könnten in Mitleidenschaft gezogen werden. Der Integrationsprozess könnte sich als schwieriger bzw. zeitlich aufwendiger und kostenintensiver erweisen als erwartet. Es könnten bei der Geschäftstätigkeit der neu erworbenen Gesellschaften Risiken auftreten, die von Fresenius nicht erkannt oder als nicht wesentlich erachtet wurden. Vorteile, die Fresenius sich von dem Erwerb verspricht, könnten nicht oder nicht im geplanten Maße eintreten.
- Personalrisiken
Risiken im Bereich Personalmarketing werden als nicht wesentlich eingestuft. Dem Risiko des Mangels an qualifiziertem Personal wirkt die Gesellschaft vorsorglich durch geeignete Rekrutierungsmaßnahmen und Personalentwicklungsprogramme entgegen. Dem generellen Mangel an Klinikfachpersonal begegnet Fresenius durch gezieltes Personalmarketing. Auf diesem Weg gewinnen wir qualifiziertes und motiviertes Fachpersonal und sichern so den hohen Standard der Behandlungsqualität. Gleichzeitig sollen junge Mitarbeiter qualifiziert und an das Unternehmen gebunden werden. So gewährt z.B. HELIOS Medizinstudenten im praktischen Jahr eine monatliche Aufwandsentschädigung. Damit verschafft sich HELIOS erhebliche Wettbewerbsvorteile bei der Rekrutierung von Mitarbeitern gegenüber anderen Krankenhausbetreibern. - Finanzrisiken
Zu den potenziellen Risiken im Finanzbereich zählen negative Ergebniseffekte aus Veränderungen von Wechselkursen und Zinssätzen. Die Steuerung und insbesondere die Begrenzung dieser Risiken sind wesentlicher Bestandteil unserer Aktivitäten im Risikomanagement. Um Fremdwährungs- und Zinsänderungsrisiken abzusichern, nutzen wir auch derivative Finanzinstrumente.
Diese werden aber ausschließlich im Zusammenhang mit bestehenden Grundgeschäften und nicht zu Handels- oder Spekulationszwecken eingesetzt. Wir verweisen hierzu auf den Anhang.
Grundsätzlich ist der Fresenius-Konzern sowohl im Hinblick auf Währungs- als auch Zinsrisiken in hohem Maße gesichert: Von den Finanzverbindlichkeiten des Fresenius-Konzerns zum 31. Dezember 2007 sind rund 82% durch Festsatzfinanzierungen bzw. durch Zinssicherungen gegen einen Zinsanstieg geschützt, sodass lediglich 18% bzw. 1.046 Mio € einem Zinsänderungsrisiko unterliegen.
Ein Anstieg der für Fresenius relevanten Referenzzinsen um 0,5% hätte einen Einfluss auf den Konzern-Jahresüberschuss von weniger als 1%. Als weltweit tätiger Konzern verfügen wir in allen wesentlichen Währungsräumen über Produktionskapazitäten, sodass die Währungsrisiken aus unserer Geschäftstätigkeit in geringerem Maße zunehmen als das Umsatzwachstum.
Potenzielle finanzwirtschaftliche Risiken, die aus Akquisitionen und Investitionen in Sachanlagen und immaterielle Vermögensgegenstände resultieren könnten, wägen wir im Vorfeld ab durch sorgfältige und detaillierte Prüfungen der entsprechenden Projekte, auch unterstützt durch externe Beratung.
Fresenius unterliegt als international tätiger Konzern in hohem Maße Translationseffekten aufgrund sich ändernder Währungsrelationen; hierbei spielt angesichts des starken US-Geschäfts besonders das Verhältnis von US-Dollar zu Euro eine Rolle.
Die Verschuldung von Fresenius könnte die Fähigkeit zur Zahlung von Dividenden oder die Umsetzung der Geschäftsstrategie beeinträchtigen.
- Staatliche Erstattungszahlungen
Die Geschäftstätigkeit von Fresenius unterliegt in nahezu allen Ländern, in denen Fresenius tätig ist, umfassender staatlicher Regulierung. Dies gilt insbesondere für die USA und für Deutschland. Darüber hinaus hat Fresenius weitere allgemein anwendbare Rechtsvorschriften zu beachten, die sich von Land zu Land unterscheiden. Sollte Fresenius gegen eines oder mehrere dieser Gesetze oder Vorschriften verstoßen, kann dies vielfältige Rechtsfolgen nach sich ziehen. Fresenius erzielt einen wesentlichen Teil des Konzernumsatzes aus staatlichen Erstattungen, z.B. aus Erstattungen für Dialyseleistungen aus den US-Bundesgesundheitsversorgungsprogrammen Medicare und Medicaid. Änderungen der Gesetzgebung bzw. der Erstattungspraxis könnten den Umfang dieser Erstattungen beeinflussen. Dies könnte erhebliche nachteilige Auswirkungen auf die Geschäftstätigkeit und die Vermögens-, Finanz- und Ertragslage von Fresenius haben. - Rechtsrisiken
Risiken, die sich im Zusammenhang mit Rechtsstreitigkeiten ergeben, werden innerhalb des Unternehmens fortlaufend identifiziert, bewertet und kommuniziert. Im Jahr 2003 wurde ein abschließender Vergleich geschlossen zur endgültigen Beilegung der Gläubigeranfechtungsforderungen sowie aller weiteren sich aus dem Insolvenzverfahren von W.R. Grace ergebenden Rechtsangelegenheiten im Zusammenhang mit der NMC-Transaktion des Jahres 1996.
Nachdem der endgültige W.R.Grace & Co. Reorganisations- und Sanierungsplan bestätigt worden ist, wird Fresenius Medical Care gemäß der Vergleichsvereinbarung insgesamt 115 Mio US$ ohne Zinsen an die W.R.Grace & Co.-Konkursmasse bzw. an eine andere vom Gericht festgelegte Stelle zahlen. Die Vergleichsvereinbarung wurde vom zuständigen Gericht genehmigt. Auch die noch außergerichtlich geltend gemachten Forderungen von einigen privaten US-Krankenversicherern wurden durch einen Vergleich abgewickelt. Damit sind nunmehr – vorbehaltlich der Bestätigung des W.R.Grace & Co. Reorganisations- und Sanierungsplans – alle aus der Zeit der NMC-Transaktion stammenden Rechtsangelegenheiten endgültig abgeschlossen.
Im Oktober 2004 haben die Fresenius Medical Care Holdings, Inc. (FMCH) und ihre Tochtergesellschaften, einschließlich Renal Care Group (RCG; vor der Akquisition von RCG), Vorladungen der US-Justizbehörden des Eastern District von New York erhalten. Dabei werden umfangreiche Unterlagen zu den geschäftlichen Tätigkeiten der Unternehmen angefordert, insbesondere zu einem bestimmten Hormontest und zu Vitamin-D-Therapien.
Ferner haben die FMCH und ihre Tochtergesellschaften, einschließlich RCG (vor der Akquisition durch Fresenius Medical Care), im April 2005 (RCG im August 2005) eine Vorladung der US-Justizbehörden mit Sitz in St. Louis, Missouri, erhalten, die im Zusammenhang mit zivil- und strafrechtlichen Voruntersuchungen steht. Mit der Vorladung werden Geschäftsunterlagen angefordert über klinische Qualitätsprogramme, Aktivitäten zur Geschäftsentwicklung, Vergütungen für Klinikleiter und Beziehungen zu Ärzten, Jointventures und Anämie-Behandlungstherapien, RCG’s Lieferunternehmen, pharmazeutische und sonstige Dienstleistungen, die RCG gegenüber Patienten erbracht hat, RCG’s Beziehungen zu Unternehmen der pharmazeutischen Industrie und RCG’s Erwerb von Dialysegeräten von FMCH. Der Generalinspektor des US-Gesundheitsamtes sowie die Staatsanwaltschaft für das Eastern District von Texas haben bestätigt, dass sie sich an der Überprüfung des Anämiemanagement-Programms beteiligen.
Im Juli 2007 hat die US-Staatsanwaltschaft eine Zivilklage gegen RCG und FMCH in ihrer Eigenschaft als derzeitige Muttergesellschaft der RCG vor dem US-Bezirksgericht für das Eastern District von Missouri erhoben. Mit der Klage werden Schadensersatzansprüche und Strafmaßnahmen im Hinblick auf die Geschäftstätigkeit der Method-II-Zulieferungsgesellschaft von RCG im Jahr 2005 vor dem Erwerb von RCG durch FMCH geltend gemacht.
Im August 2007 hat der Sheet Metal Workers National Pensions Fund eine Klage vor dem Bezirksgericht von Kalifornien eingereicht, in der behauptet wird, dass Amgen, Inc., Fresenius Medical Care und DaVita, Inc. Amgen’s Produkte Epogen und Aranesp gegenüber Hämodialysepatienten für nicht von der FDA zugelassene Anwendungen beworben haben. Hierdurch sollen gesetzliche Versicherer unnötige Verschreibungen für diese Produkte bezahlt haben. Es wurden Anträge eingereicht, die darauf gerichtet sind, dieses Verfahren mit anderen Verfahren, die sich allein gegen Amgen richten, zu einem einheitlichen Verfahren zusammenzulegen. Dies könnte unter Anwendung der Bundesvorschriften betreffend distriktübergreifende Rechtsstreitigkeiten geschehen.
Zu Einzelheiten verweisen wir auf den Anhang.
Darüber hinaus ist der Fresenius-Konzern in verschiedene Rechtsstreitigkeiten involviert, die sich aus der Geschäftstätigkeit ergeben. Auch wenn es nicht möglich ist, den Ausgang dieser Streitigkeiten vorherzusagen, erwarten wir aus den heute anhängigen Verfahren keine wesentlichen negativen Auswirkungen auf die Vermögens-, Finanz- und Ertragslage.
- Sonstige Risiken
Risiken sonstiger Art, z.B. Umweltrisiken, Risiken aus Steuerungs- und Controllingsystemen oder im Bereich unserer Informationstechnologie-Systeme, wurden als nicht wesentlich eingestuft. So tritt Fresenius Risiken im Bereich der Informationstechnologie durch Sicherungsmaßnahmen, Kontrollen und Prüfungen entgegen. Ferner begegnen wir diesen Risiken durch kontinuierliche Investitionen in Hard- und Software; gleichzeitig verbessern wir stetig unser System-Know-how.
BEURTEILUNG DER GESAMTRISIKOSITUATION
Grundlage der Einschätzung des Gesamtrisikos ist das von Fresenius eingesetzte Risikomanagementsystem, das seinerseits vom Management regelmäßig überprüft wird. Zu den potenziellen Risiken von Fresenius gehören zum einen die nicht von ihr unmittelbar beeinflussbaren Faktoren wie die allgemeine Entwicklung der nationalen und globalen Wirtschaftslage, die Fresenius regelmäßig analysiert, und zum anderen von ihr unmittelbar beeinflussbare, zumeist operative Risiken, die die Gesellschaft frühzeitig antizipiert und gegen die sie, falls notwendig, Maßnahmen einleitet. Zum jetzigen Zeitpunkt sind keine dieser Risiken für die zukünftige Entwicklung erkennbar, die zu einer dauerhaften und wesentlich negativen Beeinträchtigung der Vermögens-, Finanz- und Ertragslage des Fresenius-Konzerns führen könnten. Organisatorisch haben wir alle Voraussetzungen geschaffen, um frühzeitig über mögliche Risikosituationen informiert zu sein.
RATING DES UNTERNEHMENS
Die Kreditwürdigkeit von Fresenius wird von den beiden führenden Rating-Agenturen Moody´s und Standard & Poor´s bewertet und regelmäßig überprüft. Standard & Poor´s stuft die Fresenius SE mit BB und Moody’s mit Ba2 ein. Die Rating-Agentur Standard & Poor´s hat im Geschäftsjahr 2007 den Ausblick für das Rating von „negativ“ auf „stabil“ geändert. Moody’s hat den Ausblick von „stabil“ auf „positiv“ angepasst. Die Agenturen bewerten Fresenius wie folgt:
| RATING DER FRESENIUS SE | |||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||
| Rating | Ausblick | ||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||
| Standard & Poor’s | BB | stabil | |||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||
| Moody’s | Ba2 | positiv | |||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||
Die aktuellen Ratings und der verbesserte Ausblick werden
von den Rating-Agenturen u.a. mit verbesserten Finanzkennzahlen
sowie mit der erfolgreichen Integration der Akquisitionen
der Renal Care Group und der HELIOS Kliniken begründet. Ferner beruhen die Ratingentscheidungen auf der Erwartung,
dass Fresenius die positive Ertragsentwicklung fortsetzen
kann und auch künftig in der Lage ist, stabile Cashflows zu
generieren.