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Der Rationalisierungstrend im deutschen Krankenhausmarkt wird sich im Jahr 2008 und darüber hinaus fortsetzen. Laut einer Studie der Unternehmensberatung Ernst & Young werden in Deutschland bis zum Jahr 2020 nur noch 1.500 Krankenhäuser in Betrieb sein. Je 1.000 Einwohner werden 2,9 Betten zur Verfügung stehen und die durchschnittliche stationäre Verweildauer wird sich auf 4,0 Tage reduzieren (2006: 6,2 Betten, 8,5 Tage).

Private Krankenhausketten und große Klinik-Verbünde können dem Druck zu mehr Wirtschaftlichkeit tendenziell besser begegnen als öffentliche Krankenhäuser. Sie verfügen oft über mehr Erfahrung hinsichtlich wirtschaftlich orientierten Handelns und über den Aufbau effizienter Strukturen. Sie haben die Möglichkeit, Kostenvorteile im Einkauf zu erzielen und haben in der Regel bessere Finanzierungsmöglichkeiten. Schließlich haben private Betreiber mehr Erfahrung im Prozess-Know-how bei der Akquisition und Integration neuer Einrichtungen sowie einer raschen Anpassung ihrer Kostenstrukturen.

Vor diesem Hintergrund wird erwartet, dass der Konzentrations- und Privatisierungsprozess vor allem bei den öffentlichen Krankenhäusern weiter zunehmen wird. Insgesamt erwarten Experten, dass sich der Anteil der Betten in privat betriebenen Krankenhäusern von derzeit rund 14% auf etwa 35 bis 40% bis zum Jahr 2015 erhöhen wird. Entscheidend für den Fortbestand der einzelnen Kliniken werden folgende Faktoren sein: eine hervorragende medizinische Qualität, qualifizierte Mitarbeiter, eine gute Organisation der Arbeitsabläufe und ein gut strukturiertes Behandlungsspektrum mit Ausrichtung auf hochwertige und komplexe medizinische Leistungen.

Das Jahr 2008 sollte im Bereich des öffentlichen Dienstes, d.h. der kommunalen Arbeitgeber (als Träger kommunaler Kliniken) wie auch der Bundesländer (als Träger der Universitätskliniken), erneut von schwierigen Tarifverhandlungen geprägt sein. Sowohl die Gewerkschaft ver.di als auch der Marburger Bund stellen – angesichts der wirtschaftlichen und Finanzierungssituation der Kliniken – für die jeweils von ihnen vertretenen Berufsgruppen hohe Tarifforderungen. Bereits eine Tarifeinigung auf Basis deutlich geringerer als der aktuell gestellten Forderungen könnte dazu führen, dass sich die angespannte Finanzsituation vieler öffentlicher Kliniken weiter verschärft. Dies wird den Abbau weiterer Arbeitsplätze und eine Zunahme der Privatisierungen zur Folge haben. 

Quellen: Krankenhaus-Barometer 2007, Ernst & Young “Gesundheitsversorgung 2020”, Banken-Research

KONZERNUMSATZ UND KONZERNERGEBNIS

Dank seiner internationalen Produktions- und Vertriebsplattform ist der Fresenius-Konzern exzellent aufgestellt, um mit seinen marktgerechten Produkten und Dienstleistungen auch in den nächsten Jahren weiter zu wachsen. Gleichzeitig bieten die im Kapitel „Gesundheitssektor und Märkte“ beschriebenen Entwicklungen Chancen für profitables Wachstum. Für das Geschäftsjahr 2008 planen wir daher, den Konzernumsatz auf Basis der Währungsrelationen des Jahres 2007 um 8 bis 10% zu steigern.

Während die Märkte in unseren angestammten Regionen Europa und Nordamerika im Durchschnitt mit niedrigen bis mittleren einstelligen Prozentraten wachsen, sehen wir auch zukünftig weitaus stärkere Wachstumschancen in der Region Asien-Pazifik und in Lateinamerika, da hier der Bedarf an unseren lebenserhaltenden und lebensrettenden Produkten aufgrund der medizinischen Unterversorgung sehr hoch ist. Dies wird sich so auch in unserer Umsatzentwicklung widerspiegeln: Während wir in unseren Hauptregionen USA und Europa mit prozentual einstelligen Raten wachsen sollten, gehen wir davon aus, dass wir in den Wachstumsregionen mit zweistelligen Prozentraten beim Umsatz zulegen können.

Für das Geschäftsjahr 2008 planen wir erneut einen deutlichen Anstieg des Konzern-Jahresüberschusses. Dies wollen wir erreichen durch die angesprochene Umsatzentwicklung sowie durch Maßnahmen, die unsere Kostenquote vor allem im Bereich der Produktion senken. Trotz eines nachhaltig von Kosteneinsparungen und Preisdruck gezeichneten Marktumfeldes erwarten wir, den Jahresüberschuss deutlich stärker als den Umsatz und zwar währungsbereinigt um 10 bis 15% zu steigern.