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FINANZLAGE

Grundsätze und Ziele des Finanzmanagements

Finanzielle Flexibilität zu sichern hat höchste Priorität in der Finanzierungsstrategie des Fresenius-Konzerns. Diese Flexibilität erreichen wir durch eine breite Auswahl von Finanzierungsinstrumenten und durch eine hohe Diversifikation der Investoren. Das Fälligkeitsprofil weist eine breite Streuung der Fälligkeiten mit einem hohen Anteil von mittel- und langfristigen Finanzierungen auf.

Unser Finanzierungsspielraum ist gewährleistet durch die nur zum Teil genutzten revolvierenden, syndizierten Kreditlinien und die nicht genutzten bilateralen Linien. Bei der Auswahl der Finanzierungsinstrumente werden Marktkapazität, Investorendiversifikation, Flexibilität, Kreditauflagen und das bestehende Fälligkeitsprofil berücksichtigt. Gleichzeitig sind wir bestrebt, unsere Finanzierungskosten zu optimieren.

Entsprechend der Konzernstruktur erfolgen die Finanzierungen separat für Fresenius Medical Care und für den übrigen Fresenius-Konzern. Es gibt keine gemeinsamen Finanzierungen und keine gegenseitigen Garantien. Die Unternehmensbereiche Fresenius Kabi und Fresenius ProServe werden, um strukturelle Nachrangigkeit zu vermeiden, hauptsächlich durch die Fresenius SE finanziert.

Finanzierung

Fresenius deckt den Finanzierungsbedarf durch eine Kombination aus operativen Cashflows, die in den Unternehmensbereichen erwirtschaftet wurden, und durch die Aufnahme von kurz-, mittel- und langfristigen Finanzverbindlichkeiten. Wichtige Finanzierungsinstrumente neben der klassischen Bankfinanzierung sind Anleihen, Schuldscheindarlehen, genussscheinähnliche Wertpapiere (Trust Preferred Securities), ein Commercial-Paper-Programm und ein Forderungsverkaufsprogramm.

Die Finanzierungsaktivitäten des Konzerns betrafen im Berichtsjahr lediglich Refinanzierungen. Durch die Ausgestaltung der Refinanzierungen wurde sowohl der Finanzierungsspielraum ausgeweitet als auch die finanzielle Flexibilität erhöht.

Zwei Kapitalmarkttransaktionen konnten erfolgreich abgeschlossen werden, und zwar noch ehe sich die Bedingungen auf den Fremdkapitalmärkten im dritten Quartal 2007 durch die Subprime-Hypothekenkrise in den USA und die umfangreichen, jedoch schwer syndizierbaren Kreditzusagen der Banken für fremdkapitalfinanzierte große Übernahmen erheblich verschlechtert hatten: 

  •  Am 2. Juli 2007 wurde eine Privatplatzierung in Höhe von 200 Mio € bei europäischen Investoren abgeschlossen. Es wurde ein syndiziertes erstrangiges und unbesichertes Schuldscheindarlehen in vier Tranchen angeboten. Jeweils 100 Mio € entfielen auf die Laufzeiten von fünf und sieben Jahren, wobei jeweils eine Festsatztranche und eine variabel verzinsliche Tranche angeboten wurden. Das Schuldscheindarlehen wurde von der Fresenius Finance B.V. mit Garantie der Fresenius SE aufgenommen. Die Mittel wurden u.a. zur Refinanzierung eines im Jahr 2004 aufgenommenen Schuldscheindarlehens in Höhe von 126 Mio € verwendet. Die sehr positive Resonanz des Kapitalmarktes und das große Interesse der Investoren hat zu einer mehrfachen Überzeichnung des ursprünglich geplanten Volumens geführt. Daher konnte das Volumen leicht erhöht werden bei sehr attraktiven Konditionen.  
  • Fresenius Medical Care hat am 2. Juli 2007 eine Anleihe in Höhe von 500 Mio US$ begeben. Diese wurde vorwiegend bei institutionellen Investoren in den USA platziert. Dabei handelt es sich um erstrangige, unbesicherte Schuldverschreibungen mit einer Laufzeit von zehn Jahren und einem Coupon von 6 7/8 %.