Konzernlagebericht
Nichtfinanzielle Leistungsindikatoren und weitere Erfolgsfaktoren
Beschaffung Fresenius Kabi hatte die Preiserhöhungen erwartet und frühzeitig die weltweite Bündelung von Bedarfen, auch gemeinsam mit anderen Fresenius-Gesellschaften, ausgeweitet. Damit wurde das Lieferantenportfolio optimiert und Produktspezifikationen weiter vereinheitlicht. Ferner wurden langfristige Einkaufsstrategien formuliert, die die Einkaufsposition von Fresenius Kabi in den relevanten Märkten verbessern. Die hieraus resultierende Stärkung der Nachfragekraft hat auch im Jahr 2007 trotz schwieriger Rahmenbedingungen zu guten Verhandlungsergebnissen in einzelnen Bereichen geführt. Durch die sukzessive Einführung von online-Beschaffungsprozessen (E-Purchasings) soll die Beschaffungslogistik langfristig noch besser werden.
Bei Rohstoffen landwirtschaftlichen Ursprungs setzte sich der Preisanstieg aus dem Jahr 2006 fort. Dies betraf insbesondere Mais und Milch, die als Basisrohstoff für verschiedene Folgeprodukte im Bereich der Infusionstherapien und enteralen Ernährung eingesetzt werden. In beiden Fällen stand hier eine weltweit höhere Nachfrage einem gleichbleibenden oder teilweise sogar reduzierten Angebot gegenüber.
Für Energien und erdölabhängige Produkte sowie für alle auf energieintensiven Produktionsprozessen basierenden Produkte, z.B. Glas für Verpackungen oder Aluminium für Verschlüsse, wurden die Preise im Jahr 2007 erhöht. Der Ende 2003 abgeschlossene Mehrjahresvertrag im Bereich der Kartonagen konnte diesen Markttrend nicht ausgleichen. Im Jahr 2006 mussten wir bei Kartonagen moderate Preissteigerungen hinnehmen, im Jahr 2007 entwickelten sich die Preise mit dem Markt. Die Bedarfsbündelung bei der strategischen Beschaffung von Wirkstoffen zur Arzneimittelproduktion verlief im Jahr 2007 hingegen erfolgreich.
Im Berichtsjahr wurden weitere regionale Synergieprojekte im Fresenius-Verbund gestartet. So werden derzeit im Bereich Gas und Elektrizität Einsparmöglichkeiten in Deutschland geprüft und sukzessive umgesetzt.
Fresenius Helios
Bei HELIOS sind hohe medizinische Standards untrennbar verbunden mit einem effizienten und ökonomisch sinnvollen Umgang mit den vorhandenen Ressourcen. Das Beschaffungsmanagement von HELIOS bündelt klinik- und fachübergreifend sowohl das Wissen von Ärzten und Pflegepersonal als auch die wirtschaftliche Kompetenz im kaufmännischen Bereich. Dieses Wissen und unser Anspruch an medizinische Qualität fließen in alle Beschaffungsentscheidungen zum Wohle des Patienten ein. 85% des medizinischen Sachmittelbedarfs sind heute konzernweit standardisiert. 280 Warengruppen bilden die Basis für Transparenz, Planbarkeit und Wettbewerb. Die elektronische Abbildung aller Beschaffungsprozesse (E-Procurement) – von der Bestellanforderung bis zur Rechnungslegung – bedeutet mehr Effizienz und höhere Transparenz. Beispielsweise werden im HELIOS Klinikum Erfurt, ein Maximalversorger mit mehr als 1.200 Betten, bereits 75% der Bestellungen auf diesem Wege durchgeführt.
Im Jahr 2007 hat HELIOS alle unfallchirurgischen Kliniken mit winkelstabilen Implantaten ausgestattet und ein flächendeckendes Konzept zur chronischen Wundversorgung implementiert. Konzernweit wurden anhand von Routineleistungsdaten für die OP-Abdeckung Standards definiert, die Kosten kalkuliert und es wurde ein Budget berechnet. Zu den Abdeckungsmaterialien gehören u.a. die Abdeckung für die Operation des Patienten, Materialien für das Inventar und OP-Mäntel für Operateure und das übrige OP-Team. Im Jahr 2006 bestellten die HELIOS Kliniken noch 318 Produkte bei sechs Lieferanten. Heute beziehen bereits 26 Kliniken 54 Produkte von einem Lieferanten. Anhand der Abläufe wurden auch Produktstandards im Bereich Operation definiert. Mit nur 21 Produktstandards lassen sich jetzt 95 % aller Eingriffe bei HELIOS abdecken.
Die Erhöhung der Mehrwertsteuer auf 19% hatte im Jahr 2007 einen spürbaren Einfluss auf die Kostenentwicklung. Die Erhöhung um 3 Prozentpunkte schlug sich voll im Aufwand nieder. Ein Ausgleich der Mehrwertsteuererhöhung auf der Erlösseite fand nicht statt. Mit Einsparmaßnahmen durch das optimierte Warengruppenmanagement und konsequente Mengenbündelungen im HELIOS-Verbund konnte dem entgegengewirkt werden.





